Dr Roland Hendlmeier

Schau dich auf meiner Website um und erfahre, wer ich bin, was ich tue und wie du mich kontaktieren kannst. Schön, dass du da bist.

Dr Roland Hendlmeier

Über Mich

 
Eines Tages meinte meine Frau , du schreibst so viel und auch gut, mach doch etwas daraus. Schreib doch einen Blog, oder besser noch einen Roman. Ich habe mich (vorläufig) für den Blog entschieden. Wenn ihr hier also zukünftig Durchdachtes und weniger Durchdachtes, Gefühltes und Erlebtes, Erlittenes und Erduldetes,  Geliebtes und Gehasstes  lest und findet, dann ist daran meine Frau schuld.  

2.1.2026

Die CSU verlangt eine „Abschiebeoffensive“ und will die meisten Syrer abschieben. Allein schon, dass man die Abschiebung an der Eigenschaft „Syrer“ festmacht, ist einer christlichen Partei absolut unwürdig.
Ich würde eine „Offensive“ sofort unterschreiben, wenn es darum ginge, straffällige, integrationsunwillige oder notorisch arbeitsunwillige und gewalttätige Zuwanderer zu sanktionieren, bis hin zur Abschiebung in die Herkunftsländer.

Also wieder einmal eine undifferenziert, populistische Aktion der CSU.
Aber was macht der Spiegel?
Er befragt das SPD-Pendant an undifferenziertem, ideologisch verbohrtem Phrasentum, den Herrn Stegner. Der liefert auch prompt und lehnt genauso undifferenziert jede Art von Sanktionierung (außer bei Straffälligen) ab, und behauptet derartige Maßnahmen würden nur auf das Konto der Rechtspopulisten einzahlen.
Nun wäre das nicht weiter schlimm, wenn diese Antipoden nicht Vertreter der deutschen Regierungs-parteien wären.
So kommt Deutschland nicht voran, und die antidemokratischen Kräfte bekommen ohne eigenes Zutun weiteren Zulauf.
Wie froh wäre die überwiegende Zahl der Bürger, wenn unsere führenden Politiker sich endlich auf Grundsätze von Recht und Billigkeit, Pragmatismus und gesundem Menschenverstand besinnen würden. Wenn dann noch erkennbare Fairness und Augenmaß bei der Verteilung der unvermeidlichen Lasten und Härten dazukommen würden, werden alle Formen des politischen Extremismus auf den unvermeidlichen Bodensatz reduziert werden. Alle die sich diesen Grundsätzen verbunden fühlen sind herzlich willkommen in der „DWG – Bewegung“. DWG steht für „Deutschland wird großartig.“ 

 

„Wenn Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht“ 

(J. W. von Goethe) 

 

Leider liest man bisher kaum etwas von organisiertem Widerstand der amerikanischen Zivilgesellschaft gegen die Demontage der liberalen Demokratie in den USA. Wenn der Vizepräsident am Skifahren gehindert wird, oder wenn einzelne Kongressabgeordnete Reden stören, wirkt das doch eher hilflos. 

In Europa gibt es genügend Beispiele, was alles möglich wäre. Man denke an die Gelbwesten- Proteste in Frankreich, die Aktionen deutscher Bauern vor einem Jahr, oder die Protestaktionen der Klimakleber. Nichts davon hört man aus den USA, was den unschönen Verdacht nährt, die amerikanische Bevölkerung unterstützt das Untergraben aller rechtsstaatlichen Regeln, oder ergibt sich in ihr Schicksal. 

Mit dem Finger auf andere zeigen und Aktionen fordern ist allerdings einfach und zu wenig. 

Wir als europäische Verbraucher sind gar nicht so machtlos wie es scheinen mag.  Wie wäre es, wenn wir amerikanischer Produkte und Dienstleistungen- wo immer möglich - meiden und damit an die Trumpisten und die Milliardärs Clique ein unübersehbares Signal senden. Es müssen keine Iphones oder Ipads sein. Adidas und Puma können Nike ganz gut ersetzen. Wir müssen nicht Amazon oder ebay als Einkaufsplattform nutzen. Es müssen nicht Medikamente amerikanischer Pharmariesen sein, auch da gibt es Alternativen. 

Das so etwas funktioniert, und Aufmerksamkeit erregt zeigt das Beispiel Tesla, gute Autos, trotzdem sind die Verkaufszahlen in Europa dramatisch eingebrochen. Das völlig verrückte Gebaren von Elon Musk hat daran gewaltigen Anteil. 

Es gibt sicher Hunderte weiterer Beispiele. Es wäre verdienstvoll eine Aktionsgruppe zu gründen, die die effektivsten Maßnahmen ermittelt und ihre Ergebnisse einer breiten Öffentlichkeit zugänglich macht. 

Auch nach längerem Betrachten und Nachdenken über die heutige Karikatur in der NWZ will mir partout nicht einfallen, wer oder was da karikiert werden soll, und was daran geistreich, oder augenzwinkernd um die Ecke gedacht sein soll. 

Irgendjemand stellt sich hin und empfiehlt offensichtlich einer Flüchtlingsfamilie, ein in 10 Jahren Bürgerkrieg zerstörtes und zerrissenes Syrien sei allemal besser als eine „rot grüne Regierung.“  Und das soll nun witzig sein? 
Oder Ist es nicht eher populistischer Stumpfsinn, der nichts Eiligeres zu tun hat, als zwei Tage nach dem Sturz eines blutrünstigen Diktators, und bei noch völlig unklarer Lage die geflohenen Syrer aus Deutschland hinauszukomplimentieren?


Ein Rat schießt sich ins Abseits 

 
Eine Mehrheit des Uhinger Gemeinderates meint einmal mehr seine rückwärtsgewandte Kirchturmpolitik nach dem Vorbild von Kleinkleckersdorf dokumentieren zu müssen. 

Man sei nicht prinzipiell gegen Windkraft, aber halt nicht an der vorgesehenen Stelle. Dass dort alle -sowieso schon restriktiven Vorgaben eingehalten werden (der minimale Abstand zur nächsten Ansiedlung beträgt 1000m) spielt für die Uhinger Räte keine Rolle. 
Dass die Anlagen auf den Rodungsflächen eines ehemaligen Bundeswehr-Depots entstehen sollen, und damit nur geringe Eingriffe in das Waldgebiet notwendig sind, spielt ebenfalls keine Rolle. 
Lieber lässt man sich von persönlichen Befindlichkeiten, Vorlieben bzw. Abneigungen leiten, nach der Devise „und passt die ganze Richtung nicht.“ Dieselbe Grundhaltung hat die Ratsmehrheit schon bei Diskussionen um einen Radschnellweg, E- Ladestationen und Freiflächenphotovoltaik an den Tag gelegt.  Es ist schwer erträglich wie sich der Uhinger Rat immer wieder notwendigen Veränderungen bei unserer Energiegewinnung und der Individualmobilität in den Weg stellt.
Jeder blamiert sich halt so gut er kann! 

 

Druck von „oben“ 

„Die besten politischen Absichten taugen nichts, wenn man darüber die Bevölkerung verliert“. 

Der Gedanke drängt sich mir inzwischen auf, wenn ich an das neue Heizungsgesetz denke. Was ist der Anlass? Gestern habe ich an einer Versammlung der Eigentümer von insgesamt 40 Wohnungen verteilt auf drei Häuser besucht. 

Vor zwei Jahren hatte man die Erstellung eines Gutachtens beschlossen zur energetischen Sanierung der Häuser. Die vorhandene Gasheizung mit Brennwertkessel ist mittlerweile 30 Jahre alt, und nähert sich dem Ende ihrer normalen Lebensdauer. Es besteht also Handlungsbedarf. 

Der Gutachter gibt sich redlich Mühe die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu erklären und die zeitliche Staffelung des notwendigen Umstiegs auf regenerative Energieerzeugung bis 2040 zu erläutern. 

Bei den anwesenden Eigentümern ist sofort der Unwille zu spüren, diesem äußeren Druck des Gesetzgebers nachzugeben. Allzu viele suchen sofort und instinktiv nur nach Wegen dem Druck auszuweichen. Die Maxime scheint bei den meisten, wie kann ich mich möglichst billig aus der Lage herauswinden. Null Gedanken daran was ist von übergeordnetem Interesse wie z.B. CO2 Vermeidung oder Unabhängigkeit von Gasimporten oder auch im besten Eigeninteresse, wie werden sich Gaspreise, CO2 Preise und Strompreise in den nächsten Jahren entwickeln. 

Man ist nicht bereit über den Tag hinauszudenken. Zugegeben sind die anwesenden Eigentümer ein besonderes Klientel, praktisch alle im Rentenalter und in der Mehrzahl nicht im Geld schwimmend. Dass man sich aber so konsequent weigert über den eigenen Tellerrand hinauszublicken hätte ich mir nicht vorstellen können. 

Zeit und Muße

 

Es ist über 6 Monate her, dass ich das letzte Mal etwas in den Blog geschrieben habe.  Es haben mir einfach Zeit und Muße gefehlt. Dabei war ich in der Zwischenzeit alles andere als untätig. 

Mein Heimatverein TGV Holzhausen feiert dieses Jahr sein 125 Jahre Jubiläum. Unterstützt von meiner Frau und zwei weiteren Vereinsmitgliedern habe ich dazu eine neue Vereinschronik geschrieben. Als „Abfallprodukt“ ist dabei unter der Überschrift „Streifzug durch 125 Jahre Vereinsgeschichte“ eine Power Point Präsentation entstanden. 

Diese habe ich bei einem Festabend am 12.4. im Uditorium Uhingen vorgestellt. Sie wurde an passenden Stellen immer wieder von Darbietungen einzelner Vereinsabteilungen vom Turnen, über den Kinder- und Jugendzirkus bis hin zur Theaterabteilung ergänzt und bereichert. So ist eine kurzweiliger und unterhaltsamer Abend entstanden, für den wir viel Beifall und Lob von den über 400 anwesenden Gästen bekamen. 

links oben:  Der Moderator des Abends Holger Laser und ich;  die Showgruppe des Kinder- und Jugendzirkus Rondelli; Jugendturnerinnen mit Stargast Ken; Vertikaltuchartistin Martina Gehrer; Unsere Gäste beim Empfang im Uditorium.

 


Good News 

Wenn man sich- wie ich- bewusst auf die Suche nach guten Nachrichten macht, um all der Tristesse in den täglichen Meldungen der meisten Online und Print- Medien etwas entgegenzusetzen, landet man früher oder später bei „Good news“ (www.goodnews.eu

Das Credo der drei jungen Frauen Bianca, Selina und Sophie lautet:“

WIR SUCHEN JEDEN TAG DIE BESTEN GUTEN NACHRICHTEN FÜR DICH – UND FINDEN SIE AUCH!“



Sie suchen von Montag bis Freitag jeweils 6 gute Nachrichten, von denen sie annehmen, sie könnten einen positiven Beitrag zur Lösung sozialer oder ökologischer Probleme leisten. 

Sie bezeichnen sich als journalistisch unabhängig, und gehören keiner Partei und keinem Verlag an. Diese Unabhängigkeit hat natürlich ihren Preis, die Finanzierung ihrer Arbeit steht auf wackligen Beinen. Man ist auf freiwillige Unterstützer und deren Spenden angewiesen. 


Natürlich kann man bei vielen Meldungen anderer Meinung sein, das ist den Redakteurinnen auch bewusst, deshalb laden sie explizit zu Kommentaren unter [email protected] ein. 

Mich freut die Initiative der drei sehr, und ich wünsche ihnen Zeit, Spaß und das nötige Durchhaltevermögen. 

Die gute Nachricht 2 

Quelle:    

Fr., 1.9.2023 10:00 Uhr, SWR4 BW am Vormittag, SWR4 Baden-Württemberg 

 

RUND 60 PROZENT CO2-EMISSIONEN SPAREN 

Automobilzulieferer ZF präsentiert Elektromotor-Neuheit 

 

Der Automobilkonzern ZF Friedrichshafen hat am Freitagvormittag eine neue Entwicklung vorgestellt: Einen Elektromotor, der ohne Magnete auskommt und damit leistungsstärker als andere Antriebe ist.  

Wenige Tage vor Beginn der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in München hat der Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen einen neuen Elektromotor vorgestellt. 

Mit einer neuen Technologie kann der Elektromotor ohne Magnete betrieben werden. Damit sei er leistungsstärker und energieärmer als vergleichbare Antriebe, heißt es vom Unternehmen. Das bedeute auch, man benötige zur Herstellung deutlich weniger Rohstoffe, vor allem keine seltenen Erden mehr. In der Herstellung könne man rund 60 Prozent CO-2-Emissionen einsparen, so ZF-Vorstandschef Holger Klein. 

 

Kommentar: Ein Einwand gegen die Elektromobilität ist häufig, dass für E- Motoren und Batterien Rohstoffe benötigt würden, die gar nicht in der erforderlichen Menge zur Verfügung gestellt werden könnten. Außerdem würde man nur alte Abhängigkeiten von Öl-Produzenten gegen neue von (schlimmeren?) Rohstoffproduzenten eintauschen.

Hier zeigt sich, die technologische Entwicklung geht weiter. Schön dass die Innovation von einem Unternehmen aus dem "Ländle" kommt.

 

Die gute Nachricht 1 

Quelle:   Pressemitteilung des Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE vom 3.7.2023 

Nettostromerzeugung im 1. Halbjahr 2023: Rekordanteil Erneuerbarer Energien von 57,7 Prozent. 

 

Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE hat heute Daten zur öffentlichen Nettostromerzeugung für das erste Halbjahr 2023 vorgestellt, die aus der Datenplattform Energy-Charts hervorgehen. Mit einem Anteil von 57,7 Prozent an der Nettostromerzeugung zur öffentlichen Stromversorgung – also dem Strommix, der aus der Steckdose kommt – lag die Erzeugung aus erneuerbaren Energien deutlich über dem Vorjahr (51,8 Prozent). Der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch lag bei 55,5 Prozent. Solar- und Windenergieanlagen speisten gemeinsam 97 Terawattstunden (TWh) in das öffentliche Netz ein, gegenüber 99 TWh im ersten Halbjahr 2022. 

Die Stromproduktion aus Braunkohle (- 21 Prozent), Steinkohle (- 23 Prozent), Erdgas (-4 Prozent) und Kernenergie (- 57 Prozent) ging dagegen zurück. 

Häufig wird suggeriert, der Anteil des mit Hilfe von Stein-, Braunkohle oder Erdgas erzeugten Stromes habe durch das Abschalten der Kernkraftwerke zugenommen. Das ist definitiv falsch.

Wahrscheinlich hätte man, wären die AKWs weitergelaufen noch etwas mehr Kohlestrom einsparen können. Ich wäre dafür gewesen! Ich sehe jedoch ein, dass man diese Entscheidung spätestens nach Gaslieferstopp Russlands hätte treffen müssen, und es auch dann schwierig gewesen wäre, ausreichend Brennstäbe und qualifiziertes Personal zu beschaffen.

Journalistische Sorgfalt und Effekthascherei

 

„Flugzeuge verschwunden: Ist Putin auf der Flucht?“, „Sind „Putins Koch“ jetzt Atomwaffen in die Hände gefallen?“, 
„Putins Satan Raketen angeblich bald bereit zum Kampfeinsatz“, 
eine kleine Auswahl von Überschriften aus dem T-Online-Nachrichtenportal vom 24.6.2023. Dem Tag des kurzen Aufstandes der Wagner-Söldner Prigoschins in Russland. 

Keiner der Artikel hinter den Überschriften hat Substanz! Alles nur „angeblich“ oder in Frageform, aber alle sind gut geeignet diffuse Ängste zu schüren, und Verwirrung zu stiften. Man beruft sich auf eine Nachrichtenagentur (dpa), und führt „eigene Recherchen“ an. Die „Recherchen“ münden aber nur in Mutmaßungen und wilde Spekulationen, die keinem helfen. 

Seriöse Information sieht auf jeden Fall anders aus. Man muss sich nicht wundern, wenn allzu viele den größten Verschwörungsblödsinn für bare Münze nehmen, wenn Medien, die für sich in Anspruch nehmen seriös zu arbeiten, solchen effekthascherischen Müll produzieren. 


 

Corona 

Anfang April 2023 ist die Corona- Pandemie nicht nur aus den Schlagzeilen verschwunden, es findet so gut wie keine öffentliche Debatte mehr statt. Die Pandemie hat ihren Schrecken verloren, und das obwohl derzeit mit 1065 (Stand 31.3.) mehr Coronapatienten intensivmedizinisch behandelt werden als zum Beispiel über weite Strecken des Zeitraumes April bis Dezember 2022. 

Die Pandemie so sang- und klanglos zu Grabe zu tragen, halte ich für einen schweren Fehler. 

Jetzt wäre es spätestens an der Zeit, dass Wissenschaft und Politik eine kritische Bilanz zum Verlauf der Pandemie, zur Wirksamkeit der im Einzelnen ergriffenen Maßnahmen, zu den unerwünschten Begleitwirkungen der Maßnahmen (von der Vereinsamung älterer Mitbürger bis zu finanziellen Lasten), und -last but not least- zur Frage, was sollte an Vorbereitungen für eine eventuell neue oder wiederaufflammende Pandemie getroffen werden, um nicht wieder in Panikstimmung zum Beispiel grotesk überteuerte Schutzmasken kaufen zu müssen. 

Mir ist eine solche kritische Aufbereitung nicht bekannt. 
Dabei sollte eine solche nicht nur erstellt, sondern dann auch breit und öffentlich diskutiert werden. Mindestens so eingehend wie das Für und Wider von Waffenlieferungen in die Ukraine! 

Nur so kann meiner Meinung nach Legenden-bildung, gezielten Falschinformationen, und politischer Instrumentalisierung begegnet werden. 

Die (Un-)Lust an der schlechten Nachricht

 

Ich ein notorischer Informationsjunkie erwische mich immer häufiger dabei, wie ich mich selbst auf Diät setze, um mich vor dem Abgleiten in eine depressive Stimmung und  Negativspirale zu schützen.


Viel zu oft wird auf allen Kanälen über drohende Gefahren und bevorstehende Krisen räsoniert. Beinahe jedes Ereignis muss herhalten, um neue Bedrohungen und Menetekel an die Wand zu malen. Egal ob zwei völlig unbedeutende Banken im Westen der USA bankrottgehen, oder die Zentralbanken die Zinsen erhöhen, alles wird sofort zum Kollaps – Gefahr für das westliche Geschäftsbankensystems hochstilisiert. Ein US-Gesetz, das die dort ansässigen Autohersteller bevorzugt, wird zum Anfang vom Ende der industriellen Basis in Deutschland hochgejazzt. Inflation, steigender Fachkräftemangel, hohe Energiepreise sollen unweigerlich zur Massenflucht der Unternehmen aus Deutschland führen. Tarifverhandlungen mit Lohnforderungen, die die hohe Inflation zumindest annährend ausgleichen sollen, werden nicht als das gesehen was sie sind, nämlich normal, sondern werden zur großen Gefahr für den Wirtschaftsstandort erklärt.


Man bekommt den Eindruck, die Journalisten würden glauben, nur noch dann Aufmerksamkeit zu bekommen, wenn aus allem ein Drama, eine Sensation, zumindest eine große Gefahr gemacht wird. Dabei scheut man sich auch nicht vor grob irreführenden Headlines, wo man sich nach Lesen des Artikels fragt, was die Headline nun mit dem Inhalt zu tun hat. Auch vor dem uralten Trick aufgebauschte Spekulationen zur Realität zu erklären, und alles durch ein leicht zu übersehendes Fragezeichen am Schluss zu konterkarieren scheut man nicht zurück.

Nein, es macht keinen Spaß mehr, von wenigen seriösen Ausnahmen abgesehen, Online- Zeitungen, oder News-Portale zu lesen. Quellen, deren einziger Zweck es ist, gezielte „fake news“ zu verbreiten, oder die Propaganda- Apparate unterschiedlichster Ausrichtungen von Russland bis Trump habe ich noch nicht einmal einbezogen. 

In meiner Jugend hat man die Übertreibungen, Verzerrungen und Lügen einer Bildzeitung kopfschüttelnd, aufstöhnend und irgendwann resigniert zur Kenntnis genommen. 

Heute sind Medien, die sich fragwürdiger Methoden bedienen viel, viel weiter verbreitet. Man muss sich fragen, warum merken die „Journalisten“ nicht, dass sie sich damit ihr eigenes Grab schaufeln.

 

Gianni Infantino

Everybody likes to travel around the world and to cash in as much as possible”, ein Zitat aus einem Interview mit Gianni Infantino, dem Vorsitzenden des Fußball-Weltverbandes. 
Man mag es kaum glauben, so abstoßend ist diese Art von unverhohlenem Turbokapitalismus, der nicht rechts oder links schaut, dem es nur um Geld und nichts anderes geht!
Nachhaltigkeit oder Menschenrechte, sind der FIFA und ihren Vorsitzenden scheißegal. Es wirkt so aus der Zeit gefallen, dass man es kaum glauben mag. „Equal Pay“ im Fußball, oder das Verschachern oft noch minderjähriger Fußballtalente aus Entwicklungsländern durch obskure „Spielerberater“ sind natürlich auch keine Themen für eine Initiative der FIFA. 
Warum hört man trotzdem kaum Kritik, und warum wird nicht einmal einen Gegenkandidaten, zu dem autokratisch und völlig intransparent agierenden Infantino, aufgebaut? 
Es ist nichts anderes als massive Bestechung vieler kleiner und kleinster nationaler Fußballverbände.  Sie werden mit Geld bei Laune gehalten und mit der Aussicht auf noch mehr Geld geködert. Die Wurst, die man ihnen vor die Nase hält, ist die Ausweitung der Teilnehmerzahlen bei der Fußball WM und der Vereins-Weltmeisterschaft, so dass sich auch der kleinste Inselstaat noch Hoffnung machen kann, irgendwann bei einer WM dabei zu sein. Auf der anderen Seite bedeutet mehr Teilnehmer, mehr Spiele, höhere Attraktivität für Werbepartner und damit noch viel, viel mehr Geld. 
Trotzdem ist es ein Armutszeugnis, dass der DFB und andere Fußballverbände diesem Treiben nicht entschieden entgegentreten. 

Panzer für die Ukraine 

Die Pokerpartie um die Lieferung von Kampfpanzern an die Ukraine hat nicht nur meine Nerven auf das Äußerste strapaziert. Nun könnte man sagen, „Ende gut, alles gut“, inzwischen hat sich ja eine Koalition aus 12 Ländern gefunden, die bereit ist Kampfpanzer an die Ukraine zu liefern. 
Nun ist auch nachvollziehbarer, warum Kanzler Scholz nicht besser erklärt hat, worum es ihm ging, und immer wieder auf dieselben gestanzten Floskeln zurückgegriffen hat. Kein Land, und schon gar nicht die USA, wollen sich, selbst von einem verbündeten Dritten, die Spielregeln in einem so hochgefährlichen Konflikt diktieren lassen. 

Was mich wirklich ärgert ist der Umstand, dass noch kein Tag vergangen ist, und es wird mit neuen Forderungen nach Kampfflugzeugen und Langstreckenraketen draufgesattelt. Mit an vorderster Front natürlich Ex-Botschafter Melnyk. 
Dies nährt den Verdacht, dass es in erster Linie um politische Erwägungen geht, und nicht um militärische Erfordernisse. 
Ginge es um militärstrategische Erwägungen, würde ich erwarten, dass man die Lage analysiert, die wahrscheinlichsten Szenarien für die weitere Entwicklung des Krieges plant, daraus die erforderlichen Waffen und Fähigkeiten ableitet, und dann die Verbündeten um entsprechende Unterstützung bittet. 
Nun scheint es so, dass interessierte Kreise der Ukraine versuchen, die NATO bzw. die westlichen Verbündeten nur immer tiefer in den Konflikt zu verstricken. Diesem Versuch der Eskalation muss entschieden entgegengetreten werden.  So sehr ich davon überzeugt bin, dass Putin verlieren muss, so wenig dürfen wir uns von einer Clique nationalistischer Ukrainer treiben lassen. Die Kontrolle von Waffen, die weit im russischen Hinterland eingesetzt werden können muss in unseren Händen bleiben. 
 


Anthroposophie

 

Letzte Woche bin ich in der ZDF-Mediathek zufälligerweise auf eine gute, sehr sehenswerte Doku zum Thema Anthroposophie gestoßen. 
Ich muss gestehen, ich wusste bisher nicht, wieviel Esoterik in dieser „Glaubensrichtung“ steckt, und erst recht nicht wie weit verbreitet sie - insbesondere auch in Baden-Württemberg - ist. Erstaunlich auch die bemerkenswerte wirtschaftliche Bedeutung und finanzielle Kraft mit Unternehmen wie Alnatura, Weleda, Demeter, Wala, Dr. Hauschka, und der Drogeriemarktkette dm, oder milliardenschweren Stiftungen des Gründers der Software AG, der Firma Voith, Oberkochen, und der Mahle AG. Der im Film dargestellte Strategieplan zur gesellschaftlichen Aufwertung und Akzeptanzförderung insbesondere der anthroposophischen Medizin war mir ebenfalls neu. 

Dass man in der Anthroposophie an Reinkarnation und frühere Leben glaubt wusste ich ebenfalls nicht. Geschweige denn, dass man davon ausgeht, dass Verfehlungen in früheren Leben zu Krankheiten und Leiden im jetzigen Leben führen. Höchst skurril finde ich auch, dass es zur Pflicht (!) eines jeden Demeter Bauern gehört, im Herbst mit Kuhmist, Sand und Kräutern gefüllte Kuhhörner im Acker zu vergraben. Die Kuhhörner sollen während des Winters kosmische Kräfte einfangen. Im nächsten Frühjahr wird dann der Inhalt der Kuhhörner hoch verdünnt als Dünger ausgebracht, dies soll dem Boden Kraft und Fruchtbarkeit  verleihen.. 

 

Wenig verwunderlich ist dann, dass man an einen Einfluss der Sterne und der Planetenkonstellationen auf das menschliche Leben und Schicksal glaubt. Die exakten Naturwissenschaften so auch die evidenz-basierte Medizin, werden abgelehnt, weil sie die spirituell kosmische „Seele“ , von der man fest überzeugt ist, ausblenden würde. 
Man könnte frei nach Friedrich dem Großen sagen, jeder soll nach seiner Façon selig werden! Wenn solche esoterischen Konstrukte nicht jeder Art von Mythen und Verschwörungstheorien Tür und Tor öffnen würden. Jüngstes Beispiel ist, dass viele Anthroposophen erklärte Impfgegner waren und sind, und sich auch viele zumindest in großer gedanklicher Nähe zu den selbsternannten „Querdenkern“ befinden. 

 

Afghanistan 

Die fundamentalislamistische Taliban- Regierung verweigert Frauen nicht nur höhere Schulbildung und eine universitäre Ausbildung, sie hat nun auch ein Beschäftigungsverbot für Frauen bei ausländischen Hilfsorganisationen erlassen. Dieses Arbeitsverbot für Frauen macht die dringend nötige Hilfe für die afghanische Landbevölkerung nahezu unmöglich, da natürlich auch keine „fremden“ Männer z.B. alleinstehende Frauen in den Dörfern aufsuchen und unterstützen dürfen. 

Begründet wird dies mit der Notwendigkeit der kompletten Umsetzung der Gebote des Islam und dem „Schutz der Ehre und Würde“ der Frauen.  Frauen dürfen ohne nahen männlichen Verwandten auch keine Reisen unternehmen, nicht in Parks Spazierengehen, geschweige denn Schwimmbäder und sonstige Sportanlagen nutzen.  

Wenige Gewaltherrscher schaffen es bei mir eine so aggressive Ablehnung auszulösen. Das Schicksal ihres eigenen Volkes ist diesen Verbrechern völlig gleichgültig, es geht nur darum den eigenen Herrschaftsanspruch und die eigene Ideologie mit aller Gewalt durchzusetzen. 

Wieder einmal stellt sich allen, die sich den elementaren Menschenrechten verpflichtet fühlen, die Frage, was tun? 

Darf man zum Schluss kommen, lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende? Was für mich den sofortigen Stopp aller finanziellen und humanitären Unterstützung bedeuten würde. Was das Abschneiden des afghanischen Regimes von allen finanziellen Ressourcen, von jedem technischen know how, und darüber hinaus die Durchsetzung der schärfst möglichen Sanktionen bedeuten würde. 

Wenn dies im Kampf gegen die Putin´sche Aggression, und gegen die iranischen Mullahs opportun ist, dann hier erst recht! Das afghanische Volk wird sehr darunter leiden, aber hoffentlich nicht so lange, wie wenn man die religiösen Fanatiker weiter gewähren lässt. 

 

 

„Der Dilettant weiß, dass er nicht zu viel weiß und schöpft gerade daraus seine Kraft und Freiheit. Er ist mutig und hat keine Probleme damit, Fehler zu machen.“ (NZZ 5.5.2019) 

 

Ich war seither immer der Meinung, dass die unbrauchbarsten und unfähigsten Staatsdiener schlussendlich alle bei den Verfassungsschutzämtern des Bundes oder der Länder landen, und dort unser von Extremisten unterschiedlichster Couleur bedrohtes Gemeinwesen durch ihren Dilettantismus noch weiter gefährden. 

Ich muss jedoch einsehen, dass ich falsch lag. Die inkompetentesten Truppen haben sich im Beschaffungsamt der Bundeswehr und der Ministerialbürokratie des Verteidigungsministeriums versammelt. 

Da werden mit Elektronik vollgestopfte Schützenpanzer angeschafft, die anscheinend hochgradig fehleranfällig sind, und nur von hochqualifizierten Elektronikspezialisten repariert werden können. Das größere Kopfschütteln löst jedoch der Umstand aus, dass die Fehleranfälligkeit schon seit der in Dienststellung im Jahr 2015 bekannt ist, es aber bis heute nicht gelungen ist, die Situation zu lösen. Nebenbei bemerkt ist es auch mit einem Stückpreis von 17 Mio. der mit Abstand teuerste Schützenpanzer der Welt. 

Da muss man lesen, dass die Bundeswehr im Ernstfall gerade mal Munition für 2-3 Tage Kriegführung hätte. Man könnte sagen, gut so, da bleibt den Soldaten und der Bevölkerung viel Leid erspart. Aber wer sehnt sich schon danach in einem Russland zu leben, das von Wladiwostok bis Lissabon reicht. 

Mit Grausen erinnert man sich an das Debakel bei der Beschaffung des Transportflugzeuges A400M, oder das Gezerre bei der Auswahl eines neuen Transporthubschraubers. Die Älteren unter uns erinnern sich noch an die sagenhaften Kostensteigerungen beim Eurofighter, statt geplanter 7 Mrd € kosteten etwas mehr als halb so viele Flugzeuge schließlich 24 Mrd.€. 

Die Dilettantismus bei der Generalüberholung der Gorch Fock mit der Steigerung von geplanten Kosten von 10 Mio. € auf 135 Mio. € (!) ist legendär. Ich will dieses Kapitel hier gar nicht weiter aufrollen. 

Man soll nicht alles unbesehen glauben, was heutzutage publiziert wird, aber wenn auch nur die Hälfte der Publikationen zur Beschaffung bei der Bundeswehr stimmt, ist die Leistung mit der Bezeichnung Dilettantismus noch beschönigt. 

Bevor man ein „Sondervermögen“ von 100 Mrd. € für Rüstungsgüter zur Verfügung stellt, sollte man dringend die komplette Beschaffung auf links drehen. Man könnte auch sagen, die Herrschaften, die die letzten 20 Jahre zu verantworten haben, sollten allesamt in die Wüste geschickt werden. 

Avanti Dilettanti! 

 

Frauen an die Macht 

Ich bin so angewidert von den Schurken und Menschenschindern vom Schlage eines Wladimir Putin, eines Xi Jinping, oder eines Baschar el Assad.  Mich nerven die narzisstischen Egomanen wie Donald Trump, Elon Musk bis hin zu Gerhard Schröder. Ich bin wütend auf die populistischen Rattenfänger wie Viktor Orban, Recep Erdogan, Jaroslaw Kaczyinski, oder Jair Bolsonaro und ich verachte die Politclowns a la Boris Johnson oder Silvio Berlusconi. 


Wie wohltuend unterscheiden sich davon viele Frauen, die Macht und politische Verantwortung tragen. Egal ob die Neuseeländerin Jacinda Ardern, oder die Finnin Sanna Marin, die Schwedin Magdalena Andersson, die Dänin Mette Fredricksson. die Estin Kaja Kallas, oder Ingrida Simonyte in Litauen. Alle agieren unprätentiös, pragmatisch, undogmatisch und wirken menschlich nahbar.  Besuchen schon mal in Lederkluft mehrtägige Rock-Festivals oder werden, trotz Riesenbelastung als Regierungschefin, Mutter.
 
Undenkbar, dass sie Nachbarländer mit Krieg überziehen, Minderheiten schikanieren, ausgrenzen und bedrohen, oder für den eigenen Machterhalt hemmungslos lügen und betrügen, oder gar über Leichen gehen würden. 

Wie oft habe ich in den letzten 10 Jahren gedacht, ich bin - bei allen politischen Differenzen - froh, eine  unaufgeregt pragmatische Frau wie Angela Merkel als Regierungschefin zu haben, als sich die Politiker in Nachbarländern, egal ob sie Orban, Kaczynski, Johnson, Sebastian Kurz, Sarkozy oder Matteo Salvini hießen, wieder mit patriotischer „wir zuerst“ Rhetorik überboten. 

Natürlich ist nicht alles Gold was glänzt, Dilma Rousseff in Brasilien und Christina Kirchner in Argentinien sind im Sumpf der Korruption in ihren Ländern untergegangen. Marine Le Pen nervt seit Jahren mit dumpfer islamophober Fremden- und Europafeindlichkeit. Margaret Thatcher brachte so viel Empathie wie eine Dampfwalze für die Arbeiterschaft in England auf, und Liz Truss ist jüngst an ihrer realitätsblinden Wirtschaftsideologie krachend gescheitert. 

Für gute Regierungsarbeit und Staatsführung genügt es nicht Frau zu sein, aber die Chancen dafür sind bei Frauen deutlich besser. 

E- Auto - ein Plädoyer

 

Seit gut zwei Jahren fahren wir ein reines e- Auto. Natürlich trifft man viele, die sich für die Alltagstauglichkeit, die Reichweite, den Stromverbrauch und die Kosten interessieren. Ich kann dann nur berichten, dass wir bisher nur gute Erfahrungen gemacht haben, auch mehrere weite Touren nach Berlin und Wien verliefen problemlos. Durch die Ladestopps dauern sie nach Berlin zwar eine gute Stunde länger, als mit einem Verbrenner, aber es war zum Beispiel nie ein Problem rechtzeitig eine Schnellladesäule zu finden. Über Werkstatt- und Servicekosten kann ich nichts berichten, das Auto hat keine vorgeschriebenen Serviceintervalle und sonstige Schäden gab es noch nicht. Dass es angesichts der aktuellen Spritpreise auch noch außerordentlich günstig ist mit Strom zu fahren, die Stromkosten liegen bei ca. 5€ pro 100 km, ist ein zusätzliches, sehr wichtiges Plus. 

Trotzdem trifft man überraschend oft auf Skepsis bis hin zu totaler Ablehnung der e- Autos

Es werden unterschiedlichste Argumente angeführt, warum die Elektromobilität ein völliger Irrweg sei. Die Gewinnung der riesigen Lithiummengen für die Batterien sei mit inakzeptablen Umweltschäden verbunden. Dabei wird übersehen, dass es schon heute -allerdings derzeit noch sehr teure - Verfahren für die Rückgewinnung von Metallen aus Altbatterien gibt. Das gilt neben Lithium auch für Cobalt und Nickel, die ebenfalls recycelt werden können. Dadurch kann auch ein weiteres Argument entkräftet werden, nämlich dass für die Cobalt-Gewinnung im Kongo Kinder in unerträglicher Weise ausgebeutet würden. Hier ist allerdings wichtiger, dass neueste Batteriegenerationen, (LFP = Lithium-Eisenphosphat) schon ganz auf Cobalt und Nickel verzichten können. Dabei ist die Nickel-Freiheit genauso wichtig, denn woher kommen 75% des weltweit erzeugten Nickels? Aus dem Russland Putins! 


Häufig wird auch argumentiert, dass man gar nie so viel regenerativen Strom produzieren könne, wie benötigt würde, wenn alle Verbrenner durch E- Mobile ersetzt würden. Ein Fraunhofer-Institut hat ausgerechnet, dass selbst wenn alle ca. 45 Millionen PKWs in Deutschland auf Batteriebetrieb umgestellt würden, der Strombedarf „nur“ um 20% oder 100 Terrawattstunden pro Jahr steigen würde (Quelle: BMUV = Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz).  2021 wurden zum Bespiel 234 Terrawattstunden aus erneuerbaren Quellen produziert. Wenn mit dem beschleunigten Ausbau regenerativer Stromerzeugung endlich Ernst gemacht wird, sollte es also möglich sein, den zusätzlich benötigten Strom, bis in fernerer Zukunft alle Verbrenner ersetzt sind, sicher regenerativ herzustellen. Hier scheint wieder einmal die überregionale und lokale Netzkapazität, um den Strom vom Erzeugungs-zum Verbrauchsort zu bringen, das größere Nadelöhr. 

Manche entgegnen einem noch, sie würden warten, bis die Brennstoffzellen-Technologie oder die e-fuels so weit wären. Dabei muss aber bedacht werden, dass auf jeden Fall zunächst, mit Hilfe regenerativer Energien, Wasserstoff produziert werden muss, der dann in Brennstoffzellen, oder zur Produktion von Methan (Erdgas) aus CO2 und H2 verwendet wird. Auf jeden Fall ein Schritt mehr, der zu niedrigerer Effizienz und höheren Kosten führt. Warum also nicht direkt regenerativen Strom verwenden. 

Einen Pferdefuß gibt es natürlich, e- Autos mit akzeptabler Reichweite sind noch relativ teuer, auch nach Abzug der staatlichen Kaufprämien. Darüber hinaus ist ein schneller technologischer Fortschritt zu erwarten, so dass ein 4 Jahre altes Auto schon schwer verkäuflich sein könnte. Also was hilft, man sollte über Leasing nachdenken! 

Lehrgeld

 

Seit 2017 sind Roaming Gebühren innerhalb der EU abgeschafft. Kaum einer, so auch ich, macht sich noch viele Gedanken über Handykosten bei Reisen in die beliebtesten Nachbar- oder Urlaubsländer.

Gestern dann eine Busreise zum Europapokalspiel unseres 2. Lieblings-Handballvereins. Es geht nur wenige Kilometer hinter die Grenze nach Schaffhausen in die Schweiz. Als wir an der Grenze kurz anhalten, warnt die Organisatorin unserer Reise noch freundlicherweise, „passt auf, wir kommen jetzt in EU-Ausland, es fallen Roaming Gebühren an. Schaltet am besten auf Flugmodus.“ 

Wir danken für den Hinweis, selbst hätten wir sicherlich nie daran gedacht. Kurz noch zwei SMS gecheckt, die darüber informieren, dass jedes Telefonat jetzt 1,59 € pro Minute kosten würde, und dass 20 Cent pro 50 kB Datentransfer zu zahlen wären. Uff, das könnte teuer werden, wenn man daran denkt, dass ein popliges Handyfoto schnell mal 2 MB auf die Waage bringt. Also schnell auf Flugmodus schalten. 
In der Halle der Gedanke, vielleicht gibt es ja ein offenes WLAN? Also Flugmodus aus, und schnell mal checken, kein WLAN, schade! Wir gewinnen das Spiel, eitel Sonnenschein, die horrenden Schweizer Preise (1 Rote Wurst + 1 Bier ca 13 €) stören jetzt deutlich weniger. 

Wieder in Deutschland, alsbald eine freundliche Kundeninfo meines Providers, „sie haben Datendienste im Ausland für 47,60 € genutzt“. Was, wie, das kann nicht sein, ich habe doch, usw. Die Bilder die meine Frau gemacht und mir geschickt hatte, kamen doch erst in Deutschland an, oder hatte ich vergessen wieder auf Flugmodus zu gehen? Aber telefoniert, oder bewusst Daten versendet hatte ich nicht. Waren wir schon einige km vor der Grenze im Schweizer Netz? Ich weiß es nicht. 47, 60 € sind nicht von Pappe, ich verbuche es mal unter Lehrgeld. Das nächste Mal passe ich sicher besser auf! 

 

LNG 

Der erste Flüssiggastanker, er heißt sinnigerweise „Höegh Esperanza“ ist auf dem Weg nach Deutschland. Er kann bis zu 170.000 Kubikmeter Flüssigerdgas laden; Ein Kubikmeter Flüssigerdgas wiegt etwa 450 kg, so dass der Tanker etwa 80.000 Tonnen Fracht transportiert.  In gasförmigem Zustand entspricht das rund 100 Millionen Kubikmetern Gas. Der Brennwert ist ca. 14 kWh pro kg Erdgas. Der Tanker transportiert also 80 Mio kg x 14 kWh = 1,12 GWh (zum Vergleich, eine große Windkraftanlage produziert etwa 4-7 GWh Energie pro Jahr!). Der Erdgas-Verbrauch in Deutschland lag 2021 bei 90 Mrd Kubikmeter. Es müssten also 900 Tanker pro Jahr oder 2-3 pro Tag anlegen, wollte man den Bedarf durch Flüssiggas decken. Der weitaus größte Teil des Bedarfes wird aber weiter durch Pipelines aus Norwegen und den Niederlanden gedeckt werden. 

Ich bin gespannt, wie sich die neue Bezugsmöglichkeit auf den Gaspreis auswirkt. Der Großhandels-Erdgaspreis lag im Oktober bei 8,2 cent/kWh im November stieg er auf durchschnittlich 9,4 cent /kWh. Jetzt liegen wir schon wieder bei ca 15 cent/kWh. Die Spitze im August lag bei 35 cent/kWh. Immer noch eine horrende Steigerung gegenüber 2021 als die Gaspreise im Großhandel bei maximal 7 cent /kWh lagen. 

 

Wir müssen weiter soviel wie möglich einsparen, nur wenn der Bedarf stetig sinkt, und die Bezugsmöglichkeiten vielfältig sind, werden die Preise nicht weiter steigen. 

Werbung 

Werbung ist oft verführerisch. Gut gemacht, bringt sie einen das ein oder andere Mal ins Grübeln, vielleicht ist ja was dran. Sollte ich es nicht doch selbst einmal ausprobieren? 

Insbesondere wenn es um die eigene Gesundheit, das Wohlbefinden oder gar das äußere Erscheinungsbild geht. Wer kennt sie nicht, die Cremes, die über Nacht in Jahren erworbene Falten auffüllen. Die Kapseln, die auch im fortgeschrittenen Alter jugendliche Spannkraft und Energie im Überfluss herbeizaubern. Und dann die Pülverchen, die völlig ohne eigenes Zutun Pfunde purzeln lassen und zur Traumfigur verhelfen. 

 


Man ist fast schon dankbar, wenn man dann mit der Nase darauf gestoßen wird, mit welchem Unsinn man es zu tun hat. Wenn eine Werbeanzeige so dilettantisch und schräg ist, dass dem Verführbarsten klar ist, hier handelt es sich um ausgemachten Schrott. 

Wenn ihr euch fragt, wo einem so etwas begegnet. Die „Quizduell“ App nervt einen nach jeder Fragenkategorie unter anderem mit solchen Einblendungen. Man kann sich natürlich davon befreien. Aber das kostet Abo-Gebühren, die sich der Schwabe gerne erspart. 

Also denkt dran - Gewi(t)cht ohne Diät und Übung! 

 

König Fußball 

Fußball ist die dominierende Sportart in Deutschland. Der Fußballverband hat 7 Mio. Mitglieder, vor Turnen (5 Mio), Tennis (1,4 Mio), Schießen (1,35 Mio), Wandern/Klettern (1,15 Mio), Leichtathletik (0,8 Mio) und Handball (0,75 Mio). 

Natürlich muss Fußball in der Berichterstattung der Öffentlich-Rechtlichen Sender eine Rolle spielen. Aber eine noch wichtigere Aufgabe der Öffentlich -Rechtlichen Sendeanstalten wäre es anderen Sportarten eine Plattform zu bieten und Interesse dafür zu wecken. Dies wird derzeit sträflich vernachlässigt, vorher wird noch ein 4.Liga Fußballspiel übertragen, bevor man über die Übertragung eines Kletter-, Schieß- oder Radsport- Wettbewerbs auch nur nachdenkt. 

Dabei gibt es bereits jetzt sehr erfolgreiche Formate, auf die man aufbauen könnte. Man denke, an die grandiosen „European Championships“ im Sommer in München, oder an das „Finals-wochenende“ in Berlin, mit Übertragungen von den Deutschen Meisterschaften im Bahnradsport über Leichtathletik bis Triathlon und Turnen. 

Seltsamerweise funktioniert es im Winter recht gut. Ich mag die langen Wintersporttage mit Übertragungen von Rodeln über Ski Alpin, Skispringen bis Biathlon. 

Das Füttern der Geldmaschine Fußball mit immer mehr Gebührengeldern muss aufhören, stattdessen anderen Sportarten Aufmerksamkeit zu verschaffen würde den Öffentlich-Rechtlichen weit besser zu Gesicht stehen. Und würde sicher auf längere Sicht die deutsche Medaillenbilanz bei Olympischen Spielen guttun. 

Fußball wird trotzdem breiten Raum einnehmen, schließlich gibt es ja genügend Privatsender, die mit ihrem Geld machen können was sie wollen. 

Pastel de Nata und Inflation

 

Als wir 2019 in Lissabon waren haben wir die Pastel de Nata genannten Blätterteigtörtchen mit Pudding-füllung entdeckt und lieben gelernt. 
Mönche des Hieronymus-Klosters, an der Tejo- Uferstraße vom Zentrum Lissabons Richtung Belem gelegen, sollen sie im 18 Jahrhundert erfunden haben. Sie schmecken tatsächlich himmlisch! 

2019 haben sie überall 80 cent gekostet. Jetzt 2022 kosten dieselben Törtchen 1 €uro 20. Also 50% mehr in knapp 3 Jahren! 
Wenn man bedenkt, dass die Haushaltsnetto-einkommen in Portugal nur etwas mehr als halb so hoch sind wie in Deutschland, wird verständlich, dass man auch in Portugal sehr über die rasant steigenden Preise stöhnt. 

Christo Rei

 

Der Erzbischof von Lissabon reiste im Jahr 1934 nach Brasilien. Dort sah er die neue Christusstatue auf dem Berg Corcovado im Süden Rios de Janeiros. So eine Statue wollte er auch haben. Wieder zu Hause ließ ihn das Thema nicht mehr los. Im Jahr 1940 gelobte er mit allen Bischöfen Portugals, sollte Portugal vom 2. Weltkrieg verschont bleiben, würde man eine Christusstatue errichten. Portugal wurde nicht in den Krieg hineingezogen, und nach 10 Jahren Bauzeit wurde 1959 die Statue Christo Rei auf einer Anhöhe südlich von Lissabon eingeweiht. Es gab schon weit blödere Gründe für Monumentalbauten! Welche Monumente würden wir jenen bauen, die die Kriege, Krisen und Konflikte unserer Zeit einer Lösung auch nur ein klein wenig näherbringen würden. 


Exzentrik

Nicht nur Bayern hatte exzentrische Könige, die sich lieber Märchenschlösser gebaut haben, als sich in die Niederungen der Politik zu begeben. Auch Ferdinand II, Gemahl der portugiesischen Königin Maria II, ließ sich ab 1840 auf den Mauern eines alten Klosters ein einzigartiges Schloss, den Palacio national de Pena, errichten. Es schlägt einen durch einen kunterbunten Stilmix und genauso farbenfrohe Fassaden in seinen Bann. 
Wenn man sich fragt, woher die Disneylands dieser Welt ihre Anregungen haben, hier ist eine davon. Während jedoch Ludwig II von Bayern durch seinen Spleen die Staatskasse ruinierte, hat Ferdinand seinen Traum aus privaten Mitteln finanziert! Schon sein Vater hatte schlauerweise eine schwerreiche ungarische Fürstin geheiratet. 
1910 hatten die Portugiesen die Nase voll von spleenigen Königen und haben Portugal in eine Republik verwandelt. Heute ist der Palacio de Pena Weltkulturerbe und eine Top-Sehenswürdigkeit in der Nähe von Lissabon.
 

 „Russen-Yacht:  Finanziert von deutschen Steuergeldern“ 

(dailymotion* 22.10.2022), so die reißerische Überschrift zum Video eines französischen Videoportals. 
Der verblüffte Leser denkt bestürzt, was ist denn das nun schon wieder, und ruft das Video auf. 

Man erfährt, es geht um die sündhaft teure Mega-Segelyacht eines russischen Oligarchen, die auf einer Kieler Werft gebaut wurde.  Der Preis für das gute Stück 400 Millionen Euro, und das finanziert von mir als deutschem Steuerzahler? Das kann nicht sein! Man kämpft sich weiter durch das Video, nur um am Schluss zu erfahren, dass sich mein Beitrag als Steuerzahler auf 3 Mio. €  Fördergelder für die Werft zur Unterstützung der Entwicklung innovativer Technologien beläuft. 

Inzwischen dürfte auch dem letzten Nutzer klar sein, dass man allen Meldungen zum Ukrainekrieg mit höchster Vorsicht und gesundem Zweifel begegnen sollte. Fast immer geht es nur um das Schüren von Angst, kalkulierte Provokation, Stimmungsmache bis hin zu boshaftester Hetze. 

Dass auch vermeintlich seriöse Nachrichten-portale nach guter alter Bild-Zeitungs-Manier,  immer häufiger mit reißerischen Überschriften operieren, um die Nutzer auf ihren Seiten zu halten, ist genauso wahr wie bedauerlich. 

Kurzfristig mag das Erfolg haben, langfristig untergräbt es das letzte bisschen Vertrauen in seriösen Journalismus. 

 

 

*Dailymotion ist ein Videoportal des gleichnamigen französischen Unternehmens, bei dem Videos hochgeladen und öffentlich angeschaut werden können. Dailymotion wurde 2005 in Paris gegründet und gehört heute zu den weltweit führenden Videoportalen im Internet. (Wikipedia) 

 

Nobel- und andere Preise

Der Alfred Nobel Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften 2022 geht an drei US-amerikanische Ökonomen.  
Sie erhalten den Preis für die Erforschung von Banken und Finanzkrisen in den 1980iger Jahren, und haben herausgefunden, dass es wichtig ist Bankenzusammenbrüche zu vermeiden. 

Das es wichtig sein könnte, den Verlust der Ersparnisse breiter Bevölkerungsschichten zu vermeiden, darauf wäre man natürlich als Normalbürger nie gekommen. 

Wenn ihre „Forschung“ dazu geführt hätte, dass ein Modell und Regelwerk verfügbar gewesen wäre, mit dessen Hilfe man Bankenkrisen wie die von 2008 hätte verhindern können, dann könnte man über Preiswürdigkeit nachdenken.
 

Alfred Nobel war ein kluger Mann, er hat keinen Nobelpreis für Wirtschaftswissen-schaften gestiftet. Die Wirtschaftswissen-schaften waren ihm immer suspekt, und aus seiner Sicht nicht geeignet besonderen Nutzen für die Menschheit zu stiften. 

Der Alfred Nobel Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften imitiert im Verfahren und bei der Übergabe die Nobelpreise. Er tut so, als wäre es ein regulärer Nobelpreis, dabei ist es nur eine geschickte PR- Maßnahme für die Wirtschaftswissenschaft. 

Wahlabend

Landtagswahl in Niedersachsen. Wie immer ist gegen 18:30 eine erste Hochrechnung vorhanden, die schon recht nahe am späteren Endergebnis liegt. SPD und Grüne kommen auf eine solide Mehrheit, offen bleibt noch, ob es die FDP wieder in den Landtag schafft oder nicht.

Erstaunlicherweise scheint aber niemanden zu interessieren, welche politischen Konsequenzen das Ergebnis für Niedersachsen hat, welche Projekte, welche politischen Schwerpunkte oder Probleme nun mit welchen Lösungsvorschlägen angegangen werden sollen.

Alles dreht sich sofort nur noch um die möglichen Auswirkungen auf die Ampel-Koalition in Berlin. 

Wortreich wird von FDP-Vertretern beklagt, dass man in der Koalition mit zwei „linken“ Partnern an Profil verlieren würde, schlimmer noch, andere würden sich auf Kosten der FDP profilieren. 

Am schlimmsten ist jedoch die Runde mit den Generalsekretären der im Bundestag vertretenen Parteien. Sinnlos fliegen Anwürfe hin und her, wer hat welche Versäumnisse, politischen Fehler zu verantworten, was dauert viel zu lange, oder ist nicht zielführend. Als Zuschauer nimmt man nur kleinliches Gezänk wahr.

Auch hier versteigt sich der FDP-Vertreter in die Rolle, man müsse ständig als „Korrektiv der Mitte“ gegen die „linken“ Konzepte der Koalitionspartner agieren, und würde so sein Profil verlieren. Es ist keine 10 Monate her, als man freudestrahlend ein Bündnis für Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit eingegangen ist. Alles schon vergessen?

Es ist schaurig und treibt einem die Sorgenfalten auf die Stirn. Deutschland steht vor nie gekannten Herausforderungen Krieg, Energiepreiskrise, Inflation und Flüchtlingsströme, und der kleinste Regierungspartner sorgt sich um sein „Profil“.

Wie wäre es mal mit Geschlossenheit, Entschlossenheit und vor allem mit deutlich verbesserter, abgestimmter und einheitlicher Kommunikation! Welche Konzepte werden diskutiert, was sind die Vorteile und Nachteile, was die Schwierigkeiten in der Umsetzung, warum hat man sich letztlich wofür entschieden. Der Bürger würde es honorieren und niemand müsste sich um sein Profil sorgen.

 

Grundsteuer

 

Ich weiß, dass es ein Privileg ist, sich mit dieser Materie beschäftigen zu dürfen, heißt es doch, dass man zumindest Mitbesitzer einer Immobilie oder von Grund und Boden ist. 

Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, die bisherige Berechnungsmethode ist nicht verfassungskonform. Bis 2025 muss ein neues Verfahren etabliert sein. Jetzt beginnen die Vorarbeiten, um die Immobilien, den Grund und Boden, deren Besitzer und den deren Wert zu erfassen. 

Es hat ein Weilchen gedauert, aber nach einiger Mühsal habe ich es geschafft, für mich und meine Frau, und auch für meinen Vater die Erklärungen zu erstellen und abzuschicken. Ja, ich fühle mich sogar in der Lage einige nützliche Tipps zu geben. 

1. Wer noch keinen hat, sollte sich einen ELSTER – Zugang beschaffen, dort sind alle notwendigen Formulare hinterlegt. Wer den Aufwand scheut sollte jemand mit Elsterzugang suchen, prinzipiell kann auch jeder fremde Zugang genutzt werden. 

2. Bevor man anfängt, sollte man alle relevanten Informationen zusammensuchen, vor allem die Bezeichnung seines Grundstückes im Grundbuch, und in Baden-Württemberg den zugehörigen Bodenrichtwert, beides ist online verfügbar.  Daneben braucht man Steuernummer und Steuer ID sowie das Aktenzeichen des Anschreibens vom Finanzamt. 

3. Im ELSTER Portal findet man alle Formulare zum Thema Grundsteuer, man braucht in der Regel GW1 (Hauptvordruck) und GW2; 

4. Es werden verschiedene Eigentumsverhältnisse unterschieden, z.B. Alleineigentümer, gemeinsames Eigentum mit Ehefrau, oder Erbengemeinschaft etc. Man sollte unbedingt die Anleitung für den auf einen selbst zutreffenden Fall zu Rate ziehen. 

5. das Ausfüllen von GW1 und GW2 selbst ist dann kein Hexenwerk. Man wird sofort auf Ungereimtheiten oder Lücken hingewiesen. Die dabei mitgelieferten Erläuterungen sind jedoch leider oft schwer verständlich, lieber noch einmal zurück zur Anleitung für seinen Fall, und sklavisch den bildlichen Ausfüllhilfen folgen. 

6. In GW2 sind jetzt die Größe des Grundstückes und der Bodenrichtwert gefragt. Die Höhe des Bodenrichtwertes ist zusammen mit dem Hebesatz der Gemeinde und der Grundstücksgröße entscheidend für die spätere Steuerlast. 
7. Die Formulare können online übermittelt werden. Wenn man eine Eingangsbestätigung erhalten hat ist es geschafft.

Wie gesagt, ich habe einige Zeit gebraucht, bis ich alle Klippen umschifft hatte. Ohne ELSTER und die Ausfüllhilfen ist es hart. Vor den verschlossenen Türen des Finanzamtes Göppingen habe ich ein älteres, sehr verunsichertes türkisches Ehepaar getroffen.  Sie beklagten, sie seien ja guten Willens, aber würden überhaupt nicht verstehen, was man denn genau von ihnen wolle. 

Die Finanzbehörden müssen schon noch einmal in Aufklärung und Unterstützungs-maßnahmen investieren, sonst wird das nichts mit der Umstellung bis zum 1.1.2025. 

23.8.2022

Mercedes Benz – Anspruch und Wirklichkeit

 
Am Samstagmorgen fällt mir eine kurze dpa Meldung ins Auge. Mercedes Benz beteiligt sich als „erster Partner“ des chinesischen (!) Unternehmens CATL am Aufbau einer Batteriezellenfertigung im ungarischen Debrecen. Um welche Art Partnerschaft es geht, insbesondere wer zukünftig das Sagen hat, geht leider nicht klar aus dem Artikel hervor.
Ein Südwestpressejournalist feiert dies in einem Kommentar seltsamerweise als Schritt aus der Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten. Für mich offenbart er damit ein gehöriges Maß an Blauäugigkeit. In einem, leider -nicht so unwahrscheinlichen - Konfliktfall mit China, ist CATL in etwa so unabhängig von Weisungen der chinesischen Regierung wie derzeit Gazprom vom Kreml. Unter einer nachhaltigen Reduktion von Abhängigkeit stelle ich mir etwas anderes vor.
Ein zweiter Aspekt dieser Investitionsentscheidung ist für mich noch wesentlich fragwürdiger. Da wird eine große Investition in ein Land gegeben dessen autokratischer Führer Orban die Werte der liberalen Demokratien mit Füßen tritt, der sein Land für Flüchtlinge auch aus Bürgerkriegsländern rigoros abschottet, der sich offen rassistisch äußert, und keine Gelegenheit auslässt, die Einigkeit der EU z.B. im Verhältnis zu Russland zu hintertreiben.
Ein solches autokratisches Regime, das sich längst von den Werten und Zielen, der EU verabschiedet hat, gleichwohl seit Jahren einer der größten Netto-Empfänger von EU Geldern ist, wird noch durch einen weiteren Strom von Investitionsmitteln „belohnt“.
Die Mercedes Benz Group AG hat in ihren ESG Unternehmenszielen (Environment, Social und Corporate Governance) als Maßstab für Investitionsentscheidungen u.a. die Einhaltung von Menschenrechten, die Einhaltung von Anti-Korruptions- Regeln, insgesamt ethisches und verantwortungsbewusstes unternehmerisches Handeln niedergelegt. Es ist mehr als bedauerlich, wenn sich dann Konzernstrategen - entgegen der eigenen Unternehmensrichtlinien und Ansprüche - doch nur von betriebswirtschaftlichen Kennzahlen leiten lassen. 


 

Jens Spahn 

 

Jens Spahn, der Großmeister des kostspieligen Blödsinns auf Staatskosten, hat wieder zugeschlagen. 
Ein kurzer Rückblick auf eine frühere Großtat sei gestattet. Anfang 2021 erhielt jeder chronisch Kranke und jeder über 60- jährige Bürger einen Gutschein für 6 kostenlose FFP2 Masken. Die abgebenden Apotheken erhielten pro Maske 6 € (!). Selbst erlebt habe ich, dass die Apotheke exakt zur gleichen Zeit im freien Verkauf 10 Masken für 19 € anboten. 

Nun also soll jeder Bürger einen Bonus von 20 Cent pro eingesparter Kilowattstunde erhalten.
Im Moment bezahlt man ca. 30 Cent pro KWh Strom und 10 Cent pro KWh Energie aus Erdgas. Man spart also nicht nur die Energiekosten, sondern bekommt vom Staat noch, im Fall von Erdgas das doppelte obendrauf. Spahn greift mal wieder in die Vollen! 

Da wäre dann noch die Frage der Abrechnung. Gut könnte man sagen, die Lieferanten haben ja Daten für den vergangenen Abrechnungszeitraum, einfach vergleichen mit dem aktuellen Zeitraum und schon hat man eine Grundlage. Wäre noch zu klären, was passiert bei Lieferantenwechsel? Schön für den Bürger, wenn sich der erwachsene Sohn endlich auf eigene Beine gestellt hat, und ausgezogen ist, das reduziert den Energieverbrauch. Dass er in seiner neuen Unterkunft Energie verbraucht hat, und unter dem Strich nichts gespart ist, was soll´s! Pech wenn man Zuwachs erhält, vielleicht weil man Ukraineflüchtlinge aufgenommen hat. Gut auch wenn man sein Haus besser isoliert hat, massiv stattlich gefördert, jetzt gibt es noch etwas obendrauf. 

Gott bewahre uns vor solchen Dampfplauderern und ihren unausgegorenen Vorschlägen. 

 (PS: Kommentare, Kritik, Lob könnt ihr mir über das Kontaktformular unter "Nachrichten" zukommen lassen)

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Quelle: Berliner Zeitung 26.7.2022 

Konzert abgebrochen, weil weiße Musiker Dreadlocks trugen 

Dürfen weiße Musiker noch Dreadlocks tragen? Schon vor wenigen Monaten sorgte ein Fall für viel Aufsehen und Kritik: Im März wurde die Musikerin Ronja Maltzahn von Fridays for Future ausgeladen, weil sie laut den Veranstaltern eine falsche Frisur trug. Sie hätte sich damit etwas „kulturell aneignen“ wollen, ohne dabei die systematische Unterdrückung von schwarzen Menschen zu erleben, begründeten die Veranstalter ihre Kritik an der Dreadlocks-Frisur. Nun hat sich in der Stadt Bern ein ähnlicher Fall zugetragen, der bei vielen Politikern Kopfschütteln auslöst. Wie mehrere Medien in der Schweiz berichten, trat am 18. Juli die Mundart-Band Lauwarm in der Berner Brasserie Lorraine auf. Die fünf Musiker sprangen für eine andere Band ein, die abgesagt hatte. Zum Repertoire der Gruppe Lauwarm zählen Reggae, Indie, World und Pop. Doch ihr buntes Programm kam nicht gut an – insbesondere auch wegen der Frisuren. Konzertbesucher äußerten gegenüber den Veranstaltern „Unwohlsein mit der Situation“, berichten Neue Zürcher Zeitung und 20 Minuten. Das Konzert wurde nach den Beschwerden beendet. In einer Stellungnahme entschuldigte sich die Veranstalterin nun für „Sensibilisierungslücken“. Man hätte das Publikum besser vor dem Auftritt „schützen müssen“.

 

Wenn Eifer seltsame Blüten treibt

Da wird also ein Konzert abgebrochen, weil weiße Musiker Reggae Musik spielen und Rastalocken ihre Köpfe zieren. Der Vorwurf:  man würde „kulturelle Aneignung“ betreiben, ohne die Ausgrenzung der Jamaikaner je erfahren zu haben, oder erleiden zu müssen. 

Darf man auch keine Zigeunermusik mehr spielen, weil wir nie die Ausgrenzung der Roma und den Antiziganismus erfahren haben? Keine black music mehr, weil wir nie Versklavung der Schwarzen und Rassismus erleben mussten, von Klezmer oder generell jüdisch geprägter Volksmusik will ich gar nicht erst anfangen. 

Für mich war es immer ein Zeichen von Wertschätzung, ja geradezu verdienstvoll, wenn man Musik mit anderem kulturellem Hintergrund aufgreift, pflegt und zu Gehör bringt. 

Offensichtlich lag ich falsch, beziehungs-weise ich habe „Sensibilisierungslücken“.
 
Vielleicht liegt es aber auch nur daran, dass sich manche in einem „politischen Überkorrektheitswahn“ hoffnungslos verirrt haben.

(PS: Kommentare, Kritik, Lob könnt ihr mir über das Kontaktformular unter "Nachrichten" zukommen lassen)



Joe Manchin, Senator, West Virginia 

Joe Biden hat ein 2000 Milliarden Dollar schweres Paket zum Klimaschutz und zur Förderung des Umstiegs auf erneuerbare Energien geschnürt. Es liegt seit Monaten auf Eis, weil ein einziger demokratischer Senator, Joe Manchin aus West Virginia, sich querstellt. Ohne seine Stimme erreichen die Demokraten nicht die erforderliche Mehrheit von 51 Stimmen im US-Senat. 

Ein Einzelner, der sich als Anwalt der Interessen der Kohleindustrie und Kohlekumpel seines Heimatstaates West- Virginia versteht, und dafür schon Millionensummen an „Spendengeldern“ kassiert hat, blockiert den dringend notwendigen Ausbau erneuerbarer Energien und viele Klimaschutzmaßnahmen. Wird dieses Paket weiter verzögert, sind die CO2 Reduktionsziele der USA schlicht nicht mehr erreichbar. 

Warum ist das so alarmierend und frustrierend zugleich. Es ist zu erwarten, dass dies auf globaler Ebene bei anderen Staaten dazu führt, dass sie sich bei der Umsetzung ihrer Maßnahmen ebenfalls mehr Zeit lassen, und ihre Ziele weniger ehrgeizig werden.

Es sind immer noch viel zu viele, die die Notwendigkeit von Veränderung nicht erkennen oder erkennen wollen, oder die ihre kurzfristigen Partialinteressen über die Interessen der globalen Gemeinschaft stellen.

Sollte man einfach resignieren, und hoffen, dass es nicht so schlimm kommt, wie von Klimatologen befürchtet? Es wäre ein Vabanque-Spiel mit der Zukunft kommender Generationen.  „We the people“, - wir müssen uns selbst helfen! 

Treiben wir die Regierungen und die Industrie vor uns her! Verzichten wir auf weitgereiste Produkte von kalifornischem Rotwein, über neuseeländischen Hirsch bis zu kenianischen Rosen. Alle diese Dinge müssen wie Blei in den Regalen und Theken liegen. Die Scheiß-Liberalen, die glauben alles regelt der Markt, sollen einmal Recht haben.

Achten wir auf „fair trade“ und die Umsetzung des Lieferkettengesetzes bei Produkten, auf die wir nicht verzichten können oder wollen.

Investieren wir unser Geld, wenn wir welches haben, in nachhaltige Mobilität, in Energie-Effizienzmaßnahmen, in Bürgerenergiegenossenschaften, in Fonds die wirklich Geld für Klimaschutz und Nachhaltigkeitsmaßnahmen einsammeln, und die nicht nur grün lackiert sind.

Messen wir unser Tun an den 17 Zielen für eine nachhaltige Entwicklung, die seit 2016 vertraglich global vereinbart sind. Wie wäre es, wenn wir konsequent Unternehmen bevorzugen, die sich diesen Zielen verpflichtet haben, und dies auch umsetzen.


Falschnachrichten


 „Ausländische Journalisten, die „falsche“ Informationen über Russland verbreiten, müssen „fortan mit Gefängnishaft rechnen.“

Klar denkt man, Putins Russland hat ja ein Gesetz verabschiedet, das „Falschnachrichten“ über die russische Armee und Begriffe wie „Krieg“, „Angriff“ oder „Invasion“ im Zusammenhang mit dem Einmarsch in die Ukraine unter Strafe stellt. Die Strafandrohungen sind dazu noch grotesk hoch, bis zu 15 Jahre Gefängnis und hohe Geldstrafen. 
Man muss jedoch eine „Kleinigkeit“ ändern damit ein wahres Originalzitat daraus wird. Erst wenn man Russland durch Deutschland ersetzt, ergibt sich eine tatsächliche Meldung aus dem Juni 1933, also der Anfangszeit des NS-Staates in Deutschland. 

Verblüffende Parallelen! Was falsch ist bestimmt das totalitäre Regime, und das, was den Interessen des Regimes zuwiderläuft muss selbstredend falsch sein. Durch freie Medien und freie Berichterstattung könnte ja der Herrschaftsanspruch untergraben werden. 

Man muss jedoch gar nicht die Zeitgeschichte bemühen, oder die Entwicklung in Russland, anderswo kann man ähnliche Haltungen beobachten. So erklärt Donald Trump bis heute, alles was seinen Interessen widerspricht, schlicht zu „fake news“, zum Glück lässt die amerikanische Verfassung (noch) nicht zu, missliebige Meinungen zu sanktionieren. 

Es ist anstrengend laufend sich widersprechende Meinungen und Meldungen zu allen möglichen Themen, ob Weiterbetrieb von Kernkraftwerken in Gasmangelzeiten, ob zu viel oder zu wenig Waffenlieferungen an die Ukraine, ob 4. Impfung ja oder nein, zu ertragen und zu verarbeiten. 
Diese manchmal schrillen Dissonanzen auszuhalten ist mir jedoch allemal lieber als von Diktatoren aufgezwungen zu bekommen, was ich als falsch oder richtig zu betrachten habe. 

 


Das Raunen vom kalten Winter

Es vergeht kein Tag ohne Warnungen vor einer wirtschaftlichen Rezession und kalten Wohnungen durch ausbleibende Gaslieferungen aus Russland. 
Wenn man sich die Lage genauer anschaut, ergibt sich (Stand heute 5.7.2022) folgende Situation. 

 

Wir verbrauchen pro Jahr etwa 1000 TWh Energie in Form von Erdgas. (600 TWH im Winterhalbjahr und 400 im Sommerhalbjahr). 
Die Speicher in Deutschland fassen ca. 260 TWh. Derzeit sind sie zu 63% gefüllt, das entspricht einer Energie 160 TWh. Der Füllstand vor genau einem Jahr lag bei nur 42%!) 
 


Von jetzt bis Ende März 2023 brauchen wir etwa 750 TWh Erdgasenergie. Davon kommen derzeit 35% aus Russland.  Entsprechend 260 TWh.

Das heißt bei einem sofortigen kompletten Ausfall der russischen Lieferungen müssen wir bei kompletter Nutzung aller Speicher eine Lücke von 100 TWh, oder 10% der normalen Jahresverbrauchs kompensieren.  Dies müsste durch Einsparungen und verstärkte Nutzung alternativer Quellen erfolgen. Das ist nicht einfach, scheint aber auch nicht unmöglich.

Wir wollen gerne unser Scherflein dazu beitragen, mit vielen Einsparvorschlägen, von reduzierter Vorlauftemperatur, über reinen Warmwasserbetrieb im Sommer, bis zum Einbau fernsteuerbarer Thermostate, ist man als Laie jedoch überfordert.
Also Anruf beim Heizungsfachmann, der jedoch fast durchs Telefon fühlbar entnervt den Kopf schüttelt, und meint, „oh je, täglich würden 20 bis 30 Interessenten anrufen.“ 

Ich nehme das mal als gutes Zeichen, und fasse mich in Geduld!

 

 

 

Evaluierung der Corona- Maßnahmen 

 

Wochenlang beschäftigt sich eine Corona-Expertenkommission mit der Evaluierung der Wirksamkeit der unterschiedlichen Corona-Maßnahmen. Auch ich habe mit Spannung auf die Publikation der Ergebnisse gewartet.

Jetzt muss ich leider sagen, dass ich die Arbeit der Kommission für maßlos enttäuschend halte. Außer Plattitüden, Binsenweisheiten und Gemeinplätzen gepaart mit Kollegenschelte findet man nichts, aber auch gar nichts mit Substanz. 

Ein paar Beispiele gefällig? 

Man hat herausgefunden, dass Lockdowns dann wirken, wenn sich die Leute daranhalten. Der Effekt werde schwächer je weniger die Bürger bereit seien mitzumachen. Ei, wer hätte das gedacht! 

Rätselhaft sind die Erkenntnisse zu 2G/3G. Man erläutert es gehe darum die nicht Geimpften, nicht Genesenen und nicht Getesteten aus dem öffentlichen Leben auszuschließen. Dann wird erklärt, der Effekt der Maßnahme sei in den ersten Wochen nach Genesung oder Impfung hoch. Später also anscheinend nicht mehr. Außer der Eindämmung sehe man keine Vorteile. Ist das jetzt ein Plädoyer für die Abschaffung von 2G/3G oder für frühere Auffrischungsimpfungen. Man weiß es nicht! Ein Absatz weiter versteigt man sich dann zur Aussage durch 2G/3G würde die Impfbereitschaft keineswegs gefördert, nein es seien sogar gegenläufige (!) Effekte zu beobachten.  Wie man darauf gekommen ist, würde einen schon interessieren. 

Toll auch die Erkenntnisse zur Maskenpflicht. Man hat festgestellt, dass es auf das korrekte Tragen einer medizinischen Maske ankomme. Da wäre man von selbst nie draufgekommen!
 

Offensichtlich ist den Kommissionsmitgliedern die Dürftigkeit ihrer Ergebnisse selbst peinlich, also schnell noch ein paar Seitenhiebe auf Dritte, von wegen dürftiger Datengrundlage vom RKI und schlechter Kommunikation der Bundesregierung. 

Kein Wunder, dass Prof Drosten sich schon vor Wochen zurückgezogen hat, und anscheinend mit der Arbeit dieser Kommission nicht in Verbindung gebracht werden will. 

Eine kleine Hoffnung habe ich noch, bisher konnte ich nur einen „T-Online“ Bericht zu den Kommissionsergebnissen lesen, vielleicht findet man in den Originalpapieren doch noch irgendetwas Hilfreiches. Als verantwortlicher Politiker, der uns bestmöglich auf den nächsten Corona-Herbst/Winter vorbereiten soll, ist man wohl leider so schlau, als wie zuvor! 

 

Ich bin ein Experte auf meinem Gebiet. Aber ohne mein Team wäre ich heute nicht da, wo ich bin. Ich liebe es, mit Gleichgesinnten zusammenzuarbeiten und mit meiner Leidenschaft und Kompetenz meine Ziele zu verwirklichen.

 

Doomscrolling 

 

Wer kennt es nicht. Man öffnet ein News-Portal im Internet oder greift zur Tageszeitung und ist nach kurzer Zeit erschlagen von der Vielzahl negativer Nachrichten bis hin zu ausgewachsenen Katastrophenmeldungen. Egal ob Ukrainekrieg, Flüchtlingstragödien im Mittelmeer, steigende Energie-und Nahrungsmittelpreise, zerrissene Lieferketten und Versorgungsengpässe, steigende COVID Infektionszahlen, monströse Verbrechen, Wohnungsnot oder drohende Hungerkatastrophen, die unablässige Flut schlechter Nachrichten reißt nicht ab. 

Man muss schon ziemlich hartgesotten und empathielos sein, um sich davon nicht beeindrucken zu lassen, und nicht langsam den Glauben an eine bessere und friedlichere Zukunft  zu verlieren. 

Jeder weiß natürlich, dass die Zahl der negativen Meldungen, die der positiven weit übertrifft. Trotzdem greift man am nächsten Morgen wieder zum Tablet oder schlägt die Zeitung auf, nur um festzustellen, es sind  wenn überhaupt einzelne Facetten der globalen Konflikte und Entwicklungen, die sich ändern, die großen Linien bleiben gleich, egal ob es die Not und die Armut in Teilen der südlichen Hemisphäre ist, die die dortige Bevölkerung veranlasst, ihr Glück im scheinbar privilegierten Norden zu suchen, ob es das Ringen um Ressourcen, Einfluss und Macht zwischen China, Russland und „dem Westen“ ist, oder ob es der Klimawandel ist, der zu immer häufigeren Wetterextremen mit hohen Opferzahlen und Milliardenschäden führt.
 

Es war mir neu, dass es schon einen Begriff für das dauerhafte Konsumieren schlechter Nachrichten gibt.  In den USA spricht man, seit den Zeiten eines Donald Trump, von „doomscrolling“

Was sollten wir tun? Wir sollten uns gründlich und regelmäßig informieren, und bewusst und überlegt Handeln. 
Das zwanghafte Suchen nach den neuesten Katastrophen-meldungen, die uns runterziehen, oder in Angst versetzen, und die nicht selten auch noch falsch sind, sollten wir im eigenen Interesse tunlichst vermeiden. 

 

Melnyk 

 
Er hat es geschafft. Die jüngsten Äußerungen des Herrn Melnyk, seines Zeichens ukrainischer Botschafter, sind zum wiederholten Mal ein solches Ärgernis, dass ich mir meinen Frust, ja meine Wut von der Seele schreiben muss, obwohl ich mir eigentlich vorgenommen hatte, mich zu ihm nicht zu äußern.
 
Herr Melnyk meint zum einen, die ukrainischen Flüchtlinge würden Deutschland den Rücken kehren, weil sie sich nicht „willkommen“ fühlen würden, zum anderen, sie hätten „keine Lust“ hier zu bleiben, weil Deutschland wegen ausbleibender Lieferung schwerer Waffen für viele Tote Verantwortung trage.
 
Darüber woher er seine Erkenntnisse hat, schweigt er sich aus. Könnte es nicht sein, dass geflüchtete Ukrainer einfach deshalb zurückkehren, weil die Lage in vielen Regionen im Westen und rund um Kiew inzwischen, Gott sei Dank, viel stabiler ist, und man nicht mehr befürchten muss, dass die russische Armee, die gesamte Ukraine in wenigen Tagen überrennt.
 
Mit solchen Überlegungen lässt sich aber keine Stimmung machen, und nur darum geht es diesem Vertreter der Ukraine. Druck aufzubauen, und Stimmungen zu befeuern, dazu ist ihm jede Demagogie recht und keine Gemeinheit zu niederträchtig.

 
Seine Äußerungen sind ein Schlag ins Gesicht all derer, die sich um die ca. 780.000 Ukraine-Flüchtlinge von Amts wegen kümmern, oder ihnen Unterkunft gewähren, sie bei Behörden-gängen unterstützen, ihnen Hilfestellung bei der Wahl der richtigen Schule für die Kinder geben, oder sie bei Sprachkursen und allen anderen Fragen unterstützen.
 
Präsident Selenskij täte gut daran, diesen nationalistischen Hetzer zurückzurufen, ansonsten sollte er von der Bundesregierung schnellstens zur „persona non grata“ erklärt werden. Bei allem Verständnis für ein Volk, das mit dem Rücken zur Wand gegen einen Aggressor kämpft, man muss und darf sich nicht alles gefallen lassen.

Nachtrag am 11.7. 2022
Melnyk wird zurückgerufen. Ab sofort ist er nicht mehr Botschafter in Deutschland. Begründung gibt das ukrainische Präsidialamt keine an. Man darf jedoch annehmen, dass der Druck von allen Seiten, nach seinen wiederholten Aussagen zum Nationalisten Bandura einfach zu groß wurde. Sein Leugnen, dass dieser Kriegsverbrecher irgendetwas mit den Morden an Tausenden Polen und Juden zu tun hätte, hat auch in Polen Empörung ausgelöst. Plötzlich findet man jede Menge Kommentare von Journalisten, wie unerträglich, inakzeptabel dieser Vertreter ukrainischer Interessen doch gewesen sei. Da hätte man wirklich früher drauf kommen können. Noch verwunderlicher ist für mich, dass Bandura offensichtlich noch bis 1959 unbehelligt in München leben konnte, bis er wohl von KGB Agenten ermordet wurde.
 
 
 
 
 



 

Warum ich das Spiel liebe 

 

33. Spieltag der Handball-Bundesliga  
FA Göppingen gegen TBV Lemgo;

57 Minuten und 10 Sekunden sind gespielt. FA Göppingen führt mit 33:31 und hat Ballbesitz! Die Halle sehnt den erlösenden 34. Treffer herbei. Lemgo verteidigt clever. 

57:22 Fehlwurf FAG, schneller Gegenstoß Lemgo 33:32. Die Uhr zeigt 57: 28.  

 

Frisch Auf in Ballbesitz, die Sekunden verrinnen zäh, die Spannung ist mit Händen zu greifen, viele bange Blicke gehen zur Hallenuhr. Der 34. Treffer muss doch endlich fallen! Lemgo stemmt sich mit aller Macht dagegen. 

Ein Pfiff, technischer Fehler FAG, Ballbesitz für Lemgo, die Halle tobt, schneller Gegenstoß, Ausgleich 33:33. Die Uhr zeigt 58:37. Ohrenbetäubendes Pfeifkonzert in der Halle. 

 

Frisch Auf hat den Ball, Time out, der Trainer nutzt seine letzte Auszeit, ein cleverer Schachzug! Ein Unentschieden reicht für die Europa League Qualifikation. Ruhig spielen, eine sichere Wurfchance herausspielen. 59:25 Zeitspiel droht, 6 Pässe bleiben, 59:37 Fehlwurf Frisch Auf. 

Schockstarre in der Halle. Es droht eine Niederlage in letzter Sekunde, und das Ende aller Europapokalträume. 

59:48      Time out Lemgo, noch eine Chance den alles entscheidenden Treffer anzubringen. 

59:55      der überragende Lemgoer Carlsbogard läuft an, ein mächtiger Sprungwurf über die Frisch Auf Abwehr hinweg. Der Göppinger Torhüter taucht in die richtige Ecke, Fußabwehr, gehalten! 

 

Frenetischer Jubel, kollektives Aufatmen, Freudentänze auf dem Parkett und auf den Rängen. Die Anspannung fällt langsam ab. Es ist geschafft. 

 

Kein anderer Sport bietet so viel Dramatik, so viele Auf und Abs, Höhen und Tiefen, Freude und Enttäuschung in so dichter Folge. Ein Menschenleben in 60 Minuten gepackt. 

Stars

 
Ich halte mich für einen breit interessierten und im Allgemeinen gut informierten Zeitgenossen. Doch immer häufiger überkommen mich diesbezüglich Zweifel.
 
In Fernsehmagazinen, auf Internetportalen, selbst in der guten alten Tageszeitung, wird von „Stars“ berichtet, die wahlweise, endlich ein gut gehütetes Geheimnis gelüftet hätten, die sich getrennt haben sollen, in finanziellen Schwierigkeiten stecken würden, schwanger seien, sich einer Schönheitsoperation unterzogen hätten, oder endlich offen für eine neue Liebe wären. 
Wenn ich dann die Namen der „Stars“ lese, fängt es an.
 

Ich habe diese Namen noch nie gehört!

 
Weil ich von Hause aus neugierig bin, forsche ich dann nach, und es stellt sich heraus, es handelt sich meist um „Reality TV Stars“, einen Youtube- oder allgemein Internet- Star. Sie waren dann Kandidatin bei der x. GNTM Staffel, haben einen Bachelor respektive eine Bachelorette zu bezirzen versucht, irgendein Sommerhaus bewohnt, oder begeistern ihre Fans mit praktischen Tipps und privaten bis sehr privaten Einsichten. 

Das dürfen sie natürlich alles tun, aber sind sie immer gleich Stars, wenn sie einmal ihr mehr oder weniger hübsches Gesicht in eine Kamera gehalten haben? 
Ich habe unter einem Star immer eine sehr prominente Persönlichkeit verstanden, die auf ihrem Spezialgebiet über einige Zeit herausragende Leistungen erbracht hat.
 
Es scheint, wir nähern uns Andy Warhols Vorhersage von 1968. „In Zukunft wird jeder 15 Minuten weltberühmt (ein Star) sein“ 

 

Sonntagsvergnügen 

Was tun, wenn man im westlichen Teil des Landkreises Göppingen (fast) jeden brauchbaren Feldweg schon mit dem Fahrrad erkundet hat. 
Man kann natürlich den Radträger ans Auto montieren, und etwas weiter entfernte Ausgangspunkte für seine Radtouren ansteuern.
Es gibt aber noch eine zweite Möglichkeit, die einen mit geringem Aufwand an einen attraktiven Ausgangspunkt für kürzere und längere Touren bringt. 

Man findet sich sonntagmorgens um 9:15 am Zentralen Omnibusbahnhof in Göppingen ein, steuert einen Bus mit Anhänger an, und lässt sich vom zugehörigen, mit Humor gesegneten Busfahrer erst einmal befragen, „ob man sich das auch gut überlegt habe, oder nicht doch lieber umkehren wolle?“ Wir bekräftigen unsere Absicht just heute eine Radtour zu machen, woraufhin der Busfahrer anfängt unsere Räder zu verladen und festzuzurren. 

Der Bus steuert die Ruine Reußenstein an, die wir zum Ausgangspunkt unserer Tour erkoren haben. 3 Euro 40 cent pro Nase incl. Fahrrad sind ein sehr attraktives Angebot, für die ca. 1-stündige Fahrt. 

Wir sind tatsächlich die einzigen Radfahrer, die auf die Idee gekommen sind, heute den Radbus zu benutzen, später gesellt sich noch eine 5-köpfige Wandergruppe zu uns. 

Wir genießen die Fahrt über Bad Boll, Gruibingen, Mühlhausen nach Wiesensteig und auf die Albhochfläche. Pünktlich erreichen wir den Wanderparkplatz nahe der Burgruine, laden die Räder ab,, und was passiert, es fängt an zu regnen. 
Wir suchen Schutz unter dem Blätterdach einer mächtigen Buche, und sind optimistisch, im Westen wird es doch schon wieder heller.  Die erste kleine Regenpause nutzen wir, und fahren los, beschließen aber unsere geplante Runde zu verkürzen, und einen direkteren Weg Richtung Heimat einzuschlagen.  Kurz vor Ochsenwang türmen sich richtig dunkle Wolkenberge auf, wir erreichen gerade noch einen Landgasthof, bevor der erste heftige Platzregen niedergeht.  Im Gasthof studieren wir die Wetter-App, auf der Albhochfläche 8° C Maximaltemperatur, kein Wunder, dass unsere Finger völlig unterkühlt sind und uns heftiges Verlangen nach einem heißen Tee überfällt. Viel schlimmer ist jedoch, dass für die nächsten 3 Stunden durchgängiger Regen angekündigt ist.

Gestern klang die Wettervorhersage irgendwie viel freundlicher! Nach einer Stunde und einigermaßen aufgewärmt brechen wir wieder auf. 5 km weiter, und bei strömendem Regen, haben wir endgültig genug, durchnässt geben wir auf, und lassen uns von unserer Tochter abholen. 

Was lernen wir daraus? Wenn man von einem prophetisch begabten Busfahrer (vielleicht hatte er auch nur eine bessere Wetter- App als wir,) gefragt wird, ob man just am kältesten und regenreichsten Tag des Monats Mai 2022, eine Radtour machen will, lieber noch einmal nachdenken. 

Katholikentag in Stuttgart 26.-29.5. 2022

 
25000 Teilnehmer sind angemeldet für das 4-tägige Treffen der Katholiken. Viel weniger als die 90.000 Teilnehmer beim letzten Kirchentag der Vor- Corona- Zeit. Welche Rolle die Pandemie spielt, und welche die Vertrauenskrise der Gläubigen nach den Enthüllungen zu massenhaftem sexuellem Missbrauch in der Kirche, wer weiß es schon?
Die Gläubigen diskutieren ihre Baustellen, Aufarbeitung des Missbrauchsskandals, die Rolle der Frauen in der Kirche, das kirchliche Arbeitsrecht und der Umgang mit Queeren oder Geschiedenen. Wirkliche Fortschritte sind nicht zu erkennen.
Bundespräsident Steinmeier gibt Ermutigung, und meint unsere Gesellschaft braucht eine starke Kirche, die relevant ist.
Ich bin Atheist, trotzdem „gönne“ ich den Gläubigen ihre Organisation, auch wenn das manchmal sehr schwerfällt, angesichts der Positionen z.B. der russisch-orthodoxen Kirche, oder eines Kardinal Gerhard Ludwig Müller, der allen Ernstes hinter den Corona-Maßnahmen, den Versuch der Einführung totaler Überwachung und der „Gleichschaltung der Menschen“ erkennt, und dies zu Machenschaften einer internationalen Finanzelite erklärt. Ein Verschwörungsideologe par excellence.
Auf der anderen Seite bin ich für eine klare Trennung von Kirche und Staat. Warum die Kirchen bis heute Jahr für Jahr zig Millionen € Entschädigung für Geschehnisse (Enteignungen von Kirchenbesitz) des frühen 19. Jahrhunderts (1803) erhalten, und der Staat damit zumindest mittelbar die Gehälter der Bischöfe bezahlt (!), obwohl bereits in der Weimarer Verfassung eine Ablösung dieser Regelung als Auftrag an die Legislative benannt war.
Warum im Grundgesetz verankert ist, dass an staatlichen Schulen verpflichtend Religionsunterricht stattzufinden hat, und die Religionslehrer vom Staat ausgebildet und bezahlt werden, ist bei einer inzwischen überwiegend bekenntnisfreien Bevölkerung nicht zu begründen. Religionsunterricht darf stattfinden, aber bitte im privaten Rahmen. Warum der Staat Kirchensteuern einzieht, und den Kirchen noch immer Privilegien und Sonderrechte, wie eigene Gerichtsbarkeit einräumt, will mir ebenfalls nicht so recht einleuchten. Diese Sonderstellung trägt sicher dazu bei, dass man selbst bei schweren Verbrechen (siehe Missbrauchsfälle) „vergisst“, die zuständigen Staatsanwaltschaften einzuschalten.


Level 3

 

Mercedes Benz erhält die weltweit erste Zulassung für ein Level 3 Fahrzeug. 

Für diejenigen, die nicht so sehr im Thema sind. Autonomes Fahren nach Level 3 heißt hochautomatisiertes Fahren. Das Auto lenkt selbst, bremst selbst, hält an, fährt wieder los, und hält Spur und Geschwindigkeit. Der Fahrer darf sich für längere Zeit vom Verkehrs-geschehen abwenden. Die Zulassung beinhaltet noch jede Menge Einschränkungen, so darf autonomes Fahren nur bei Fahrten mit bis zu 65 km/h bei Tag und auf der Autobahn eingesetzt werden. 

Hört sich nicht besonders praxisrelevant an, und ist es wahrscheinlich auch nicht. Darüber hinaus schränkt der horrende Preis des Fahrzeuges von 140.000€ aufwärts, den Kreis möglicher Nutzer noch einmal drastisch ein. 

Wichtiger ist für mich der Umstand, dass sich die deutschen Autobauer wieder der Technologie- Führerschaft im Fahrzeugbau anzunähern scheinen, und dass im Zuge der Zulassung die Frage der Haftung im Fall von Unfällen bei eingeschaltetem Autopiloten geregelt ist. Das Unternehmen haftet. 

Gerne würde ich mich von meinem Tesla verabschieden. Nicht weil es ein schlechtes Auto wäre, aber wenn der Chef des Unternehmens verkündet, er werde jetzt Republikaner wählen, weil die Demokraten zur „Partei der Spaltung und des Hasses“ geworden seien (Spiegel online 19.5.) kann man nur noch fassungslos mit dem Kopf schütteln. Er will in Umkehrung aller Fakten, die Republikaner wählen, die einen rassistischen Narzissten wie Donald Trump hofieren, derzeit das Recht auf Abtreibung abschaffen wollen, die Homophobie schüren, einen rücksichtslosen „America first“ Kult pflegen, und nichts einzuwenden haben gegen eine Spaltung der Bevölkerung in Bürger 1. Klasse und Bürger 2. Klasse bestehend aus Schwarzen und Latinos. Quo vadis, Amerika? 

Vertreibung und Verwaltung
Ein Erfahrungsbericht Teil 3: Mai 2022
Integration

 
Wir haben jetzt Mitte Mai, seit Ankunft der Flüchtlingsfamilie sind 10 Wochen vergangen.  Die Familie hat inzwischen eine vorläufige Aufenthaltserlaubnis. Die finanzielle Unterstützung auf Hartz IV Niveau läuft. Mitte April haben wir als Vermieter die erste Zahlung für die Unterbringung der Flüchtlinge vom Landkreis erhalten. Insgesamt muss man der Verwaltung ein gutes Zeugnis ausstellen. Natürlich hakt es immer wieder bei der ämterübergreifenden Zusammenarbeit und Abstimmung, aber dazu später mehr. 

Der 14- jährige Sohn hatte keine 3 (!) Wochen nach Ankunft seinen ersten Schultag. Dort kümmert man sich sehr engagiert um insgesamt 5 ukrainische Flüchtlingskinder. Es wird zusätzlicher Deutschunterricht durch eine russisch sprechende Lehrerin angeboten, und dies sogar täglich während der Osterferien(!). Hier spielt sicher der Umstand eine Rolle, dass es sich um eine Privatschule (Waldorf-Schule) handelt, die, nach genereller Zustimmung der Elternschaft, viel unabhängiger und schneller agieren kann. 

Überraschenderweise für uns, hat sich kurze Zeit später die ukrainische Schule des Sohnes gemeldet, und bietet täglichen Online- Unterricht an. Jetzt war guter Rat teuer. Aber es gab tatsächlich eine salomonische Lösung, bis zum Ferienbeginn in der Ukraine am 1.6. nimmt er am ukrainischen Online-Unterricht teil, danach hat er die Möglichkeit wieder die Waldorfschule zu besuchen. 
 
Der Krieg in der Ukraine tobt weiter, ein Ende mit einem dauerhaften Frieden scheint immer noch in weiter Ferne.  Deshalb stellt sich der Flüchtlingsfamilie die Frage, wie soll es eigentlich weitergehen jeden Tag drängender. Soll man auf baldige Rückkehr in die Ukraine hoffen? Ist eine Rückkehr in den Jemen, dem Heimatland des Vaters, eine Option? Oder ist ein dauerhafter Verbleib in Deutschland die richtige Entscheidung? 

Es muss im Moment darum gehen, überhaupt die Voraussetzungen für eine eventuelle Integration in Deutschland zu schaffen. Das ist primär der Erwerb ausreichender Sprachkenntnisse, ohne die es fast unmöglich ist Arbeit und Auskommen zu finden. Die VHS Göppingen bietet einen auf ukrainische Flüchtlinge zugeschnittenen Intensiv-Integrationskurs an.  Die Eltern melden sich sofort an, nur schickt die VHS Mitarbeiterin sie los, beim Sozialamt eine Bescheinigung über die Kostenübernahme beizubringen. Die Anlaufstelle für die Integrationsmaßnahmen ist, wie sich herausstellt, inzwischen aber das Jobcenter (!). Also Termin beim Jobcenter, und -believe it or not-, Ausfüllen eines Fragebogens mit all den Fragen, die man vorher schon zweimal beantwortet hat. Aber auch diese Hürde lässt sich überwinden. Der Integrationskurs wird bewilligt, seit zwei Tagen besuchen die Eltern jeden Nachmittag von 13:30 bis 17:00 den Kurs.
Es zieht sich wie ein roter Faden durch die letzten Wochen, hohes (persönliches) Engagement, und schnelle Entscheidungen der Verwaltungsmitarbeiter und bei den Anbietern von Integrations-Dienstleistungen, Schwächen beim Informations- und erst recht beim Datenaustausch zwischen den beteiligten Dienststellen.

Umso überraschter ist man dann, wenn plötzlich Aufforderungen aus gänzlich unerwarteter Ecke kommen. Irina bekommt, weil über 50, als sie kaum 8 Wochen in Deutschland ist, eine Einladung zu einer Mammographie im Rahmen der Brustkrebsvorsorge.


Leserbriefe

 
Oft überfällt einen beim Studieren der Leserbriefseite der NWZ der Gedanke, das kann "man" doch so nicht unwidersprochen stehenlassen. Das müsste „man“ doch korrigieren, geraderücken oder „man“ müsste zumindest andere Blickwinkel und Sichtweisen aufzeigen. Kontroverse Themen gibt es leider mehr als genug, ob sich nun Coronaleugner, Impfskeptiker, Putin-Versteher oder notorische EU-Gegner zu Wort melden.
 
Manche, und man liest immer die gleichen Namen, bewegen sich so weit außerhalb der Realitäten (z.B. Reichsbürger, rassistische Überfremdungsphobiker), dass einem sofort klar ist, es ist vergebliche Liebesmüh, deren verqueres Weltbild erschüttern zu wollen.
 
Gefährlicher sind jedoch jene, die ihr Gift subtiler absondern, die häufig mit der Attitüde des besorgten Bürgers, den Zusammenhalt unseres Gemeinwesens untergraben. Die einen Keil zwischen „denen da oben“, und „sich, dem Volk“ treiben wollen. Die jede Maßnahme der Exekutive als falsch, unsinnig oder Angriff auf ihre persönliche Freiheit diskreditieren wollen. Die, die Gesellschaft spalten wollen, in jene die dazugehören, und solche, denen keinesfalls die gleichen Rechte, nach ihrem persönlichen Glück zu streben, zukommen.  Die „die Medien“ (z.B. ARD, ZDF) pauschal als verlogene Propagandainstrumente der Regierenden verunglimpfen, denen man grundsätzlich misstrauen muss, und die am besten abgeschafft werden sollten.
 
Nur Teil einer schweigenden Mehrheit zu sein macht nicht zufrieden. Man muss Farbe bekennen. Jeder sollte im Rahmen seiner Möglichkeiten dazu beitragen, den Wert unserer liberalen Gesellschaftsordnung bewusst zu machen, und sich den ständigen Angriffen von außen (Autokraten und totalitäre Systeme) oder innen (Verfassungsfeinde) entgegenstellen. 77 Jahre Frieden sind nicht selbstverständlich, und keine Garantie für die Zukunft, wir müssen dafür kämpfen. Jeden Tag! Auch in den Leserbriefspalten!
 
 
 

Elon Musk kauft Twitter


Die freie Marktwirtschaft erlaubt es, dass sich einzelne, ultrareiche Personen ganze Medienimperien zusammenkaufen können, und danach diese nach ihren Meinungen, Bedürfnissen und Zielen politisch auszurichten. Bekannte Beispiele sind Rupert Murdoch mit der News Corporation, Mark Zuckerberg mit Facebook und WhatsApp, Jeff Bezos mit der „Washington Post“ und nun kauft Elon Musk „Twitter“.

Natürlich soll jeder mit seinem Geld machen können was er will. Problematisch wird es dann, wenn man als quasi erste Amtshandlung ankündigt, die Twitter-Sperre von Donald Trump aufheben zu wollen, und dies mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung begründet.
Das Recht auf freie Meinungsäußerung ist ein hohes Gut, es sollte niemals missbraucht werden für die Verbreitung nachweislich falscher Behauptungen, für Aufrufe die staatliche Ordnung zu untergraben, oder für Desinformationskampagnen. Twitter ist dafür von Donald Trump fast täglich missbraucht worden.

Trotzdem bin ich gegen eine dauerhafte Sperre einzelner Personen.
Viel wichtiger wäre es, die Unternehmen zu verpflichten, viel intensiver und schneller als bisher die Inhalte ihrer Medien zu prüfen und Desinformation, Hetze und Gewaltverherrlichung zu entfernen und zu sanktionieren.
Es kann nicht sein, dass sich Medienunternehmen hinter trickreichen juristischen Konstruktionen bis hin zu Briefkastenfirmen in Dubai (Telegram) verstecken, und sich so staatlicher Kontrolle und Strafverfolgung entziehen.

Wir brauchen viel strengere, EU weite Regeln, um uns vor dem zersetzenden Gift der Manipulatoren, Propagandisten, Hater, und Verschwörungstheoretiker zu schützen.

Das neue EU Gesetz „Digital Services Act“ muss schnell in Kraft gesetzt werden. Es folgt der Maxime, dass alles was außerhalb des Internets verboten ist, auch im Internet illegal sein  und verfolgt werden muss. Die großen Social Media Plattformen (Facebook, Twitter, Youtube, etc) wären dann endlich verpflichtet noch viel intensiver als bisher ihre Inhalte zu tracken, illegale Inhalte sofort zu löschen, neue Regeln zu Cookies und Onlinewerbung zu befolgen, und endlich Transparenz über verwendete Algorithmen zu schaffen.
 


OSLO,

 

wir erkunden die Stadt zu Fuß. Unser Weg führt am Rathaus vorbei Richtung Königsschloss, durch den Schlosspark, dann eine lange Einkaufsmeile entlang und endet vorläufig vor der katholischen Kathedrale. 
Im Garten neben der Kirche ein Denkmal mit 77 eisernen Rosen, die kreisförmig angeordnet sind. Sie sollen an die Opfer des Terroran-schlages von Anders Breivik erinnern, der am 22.Juli 2011 77 meist junge Leben auslöschte.
 
Die Gerichtsgutachter haben lange gestritten, ob es sich um einen unzurechnungsfähigen Psychopathen, oder einen kaltblütigen Mörder handelt. Zwei kontroverse Gutachten haben die Gerichte jahrelang beschäftigt. 
Er selbst sieht sich als Freiheitskämpfer, den keine Schuld im strafrechtlichen Sinne trifft. Er glaubt Europa und speziell Norwegen von Kulturmarxismus, Multikulturalismus, Islam (!) und Islamisierung bedroht, und erklärt ein überzeugter radikaler Nationalsozialist zu sein, der eine reaktionäre von weißen Herrenmenschen dominierte Weltordnung wiederherstellen will.  
Seine Ideologie erlaubt es, 77 jugendliche Teilnehmer eines Ferienlagers der sozialdemokratischen Partei kaltblütig zu ermorden, weil die damals regierenden Sozialdemokraten der Überfremdung und Islamisierung Vorschub geleistet hätten. 

Solche irren Verbrechen sollte man immer im Hinterkopf haben, wenn man die PEGIDAs und Höckes, Gaulands und von Storchs von Islamisierung, Überfremdung oder Umvolkung schwadronieren hört. 


 

Eine wirklich gute Idee - 1.5.2022 

 

Ende letzten Jahres landet ein Flyer in unserem Briefkasten: „Verschenk doch mal einen Baum“. Unsere Neugierde ist sofort geweckt!  Ein gemeinnütziger Verein hat sich zum Ziel gesetzt im Jahr 2022 5000 Bäume zu pflanzen, und bietet an, Patenschaften für einen der nummerierten Bäume mit selbstgewähltem Namen zu erwerben, und /oder zu verschenken.

Ein Teil des Erlöses geht noch dazu als Spende an eine Kinder- und Jugend-Hospiz– Einrichtung.  

Wir finden, das ist eine Superidee, und machen an Weihnachten die halbe Verwandtschaft zu Baumpaten bzw. Baumpatinnen. 
Am 12.4. 2022 kommt die Nachricht,  die ersten Bäume sind gepflanzt!  Im Juli werden wir unseren Bäumen einen Besuch abstatten, und schauen, wie es ihnen geht. 

Hier kann man mit Fug und Recht von einer win-win-win Situation sprechen. Die Umwelt bzw. das Klima profitiert, die soziale Einrichtung, und man selbst hat ein schönes und interessantes Geschenk. 

Die Aktion geht weiter, wer will kann sich unter www.filstalbuaba.de informieren. 

 

Schicksale

 

Ein junger Mann aus privilegierter arabischer Familie wird zum Studium ins Ausland geschickt. Er beginnt in Charkiw in der Ukraine ein Medizinstudium. Während des Studiums lernt er eine Kommilitonin kennen und lieben. Man heiratet, schließt das Studium einschließlich Facharztausbildung ab, und geht zurück in das Heimatland des Mannes. 2008 wird der gemeinsame Sohn geboren. Das Leben scheint in wohlgeordneten Bahnen zu verlaufen. 
2015 bricht ein Bürgerkrieg aus. Der gerade begonnene Hausbau bleibt im Rohbau stecken und wird später zur Ruine. Die Familie entflieht dem Bürgerkrieg zurück in die Ukraine, ins Heimatland der Ehefrau. Kiew soll zur neuen Heimat werden. 

Im Februar 2022 marschieren russische Truppen auf breiter Front in die Ukraine ein. Die Vorwände sind hanebüchen, das Vorgehen ist brutal, mörderisch und rücksichtslos. Kiew wird mit Raketen angegriffen und bombardiert. 
Die Familie flieht Richtung Westen, und kommt über Ungarn und Österreich nach Deutschland. 

ES gäbe genügend Grund mit dem eigenen Schicksal zu hadern. Umso bewundernswerter, wie die Familie mit der Situation voller Sorge um Familienmitglieder, voller Unsicherheit, und mit dem Zwang sich auf eine neue Sprache und neue Heraus-forderungen einzustellen, umgeht. Meine Hochachtung haben sie! 


 

Die Gute Nachricht -28.4. 2022 

 

Die schwer erträglichen Bilder und Nachrichten aus der Ukraine, eine Corona-Infektion, die einen ans Haus fesselt, das Zögern der Regierenden bei existenziell wichtigen Fragen, verbunden mit der Unfähigkeit ihr eigenes Handeln oder Nicht-Handeln zu erklären, all das kann schon dazu führen, dass die eigene Stimmung sogar weit unter das Kellerniveau sinkt.
 
Dem kann man nur mit guten Nachrichten zumindest ein klein wenig entgegenwirken.
 

1.      Unsere Abhängigkeit von russischen Öl- und Gaslieferungen sinkt. Der Anteil von Ölimporten aus Russland ist von 30 auf 12% gesunken, bei Gaslieferungen von 55 auf 35%.

Wir sollten alle durch sehr bewussten Umgang mit Energie zu wachsender Unabhängigkeit beitragen.

2.      Bayern weicht die 10H -Regelung für Windräder auf. Bisher musste bei einem 200 m hohen Windrad ein Mindestabstand von 10 x Höhe = 2000 m von jeder Wohnbebauung eingehalten werden. Deshalb konnten in den letzten Jahren keine neuen Windräder in Bayern gebaut werden. Jetzt wird der Mindestabstand auf Vorrangflächen, bei Ersatz bestehender Anlagen, entlang von Autobahnen, Zugstrecken, oder in Wäldern auf 1000 m reduziert. Damit eröffnen sich Standorte für 800 neue Windräder. Ein Anfang!

Ein modernes Windrad erzielt etwa 6 MWh pro Jahr. Alle zusammen also ca. 5000 MWh, das entspricht 5 modernen Kohlekraftwerks-blöcken, die etwa 1000 MWh pro Jahr erzielen. Die Kosten für ein Windrad betragen etwa 5 Mill. €, also 4 Mrd. für 800 Windräder. Ein Kraftwerksblock mit 1000 MWh kostet etwa 1 Mrd. € (Quelle: www.sedl.at)

Jetzt braucht es „nur“ noch Lösungen zur Beschleunigung der ewig langen Genehmigungsverfahren, und für die Netzstabilität, in wind- und sonnenarmen  Zeiten.  




 

Tesla – nach 18 Monaten Erfahrung 

 
Nach 18 Monaten kann man wohl ein erstes Fazit ziehen. Ich muss vorausschicken, wir sind in den 18 Monaten (nur) ca. 18.000 km gefahren, und 99% unserer Fahrten finden im Dunstkreis von 100 km um unseren Wohnort statt.
Welche Erfahrungen haben wir gemacht? Im Durchschnitt verbraucht das Auto bei unserer Nutzung ca. 18 kwh Strom pro 100 km. Wobei der Unterschied zwischen Winter- und Sommerbetrieb deutlich ist.  Hinzugefügt werden muss, dass wir so gut wie nie schneller als 120 km/h fahren. Wir haben uns problemlos daran gewöhnt, und erleben es nicht als Einschränkung unserer Freiheit, sondern als entspanntes, stressreduziertes Fahren. Fährt man schneller, steigt der Stromverbrauch rapide. Kann man schön am Display nachverfolgen.
Für unseren Haushaltsstrom bezahlen wir ca 28 Cent pro kwh. 100 km Autofahrt kosten uns also ca. 5,04 €. Dafür bekommt man an der Tankstelle derzeit ca. 2,5 l Benzin.
Unsere Reichweite im Sommer beträgt ca. 370 km. Wobei man sagen muss, ausgereizt haben wir das noch nie, spätestens bei 50 km angegebener Restreichweite überfällt einen die „Reichweitensorge“ und man steuert einen Ladepunkt an.
Unter den extremsten Bedingungen sinkt die Reichweite auf 230 km. Haben wir so erlebt, bei Temperaturen um 0 Grad, Regen, Dunkelheit, Beladung mit 4 Personen und Gepäck, und Autobahnfahrt.
Strom tanken wir in aller Regel zu Hause. Wir haben eine Wallbox mit einer Ladeleistung von 22 kW. Ein Ladevorgang bei 90% Ladelimit dauert dann 3 Stunden.
Bei Überlandfahrten empfiehlt es sich die Standorte von „Superchargern“ zu berück-sichtigen. Sie werden im Display angezeigt, entlang der Autobahnen in Süddeutschland sind ausreichend vorhanden. Am Supercharger dauert der Ladevorgang von 5% auf 80% Batteriekapazität ca. 20 Minuten. Der Ladestrom bei leerer Batterie beträgt ca. 150 KW, mit steigender „Füllung“ reduziert sich der Ladestrom. Die Kosten sollen bei 45 cent pro KWh liegen. Haben wir nicht selbst erfahren, wir zehren immer noch von einem Guthaben, das uns Tesla bei Vertragsabschluss geschenkt hat.
Pannen oder Werkstattbesuche hatten wir bisher keine (toi,toi, toi). Inspektionen sind innerhalb unserer Leasingzeit von 48 Monaten keine vorgeschrieben oder empfohlen. Negativ anzumerken sind manchmal vorkommende, unmotivierte Bremsmanöver bei Fahrten mit dem Tempomaten und adaptiver Abstandsregelung. Wir führen es auf Fehlinterpretationen von Schattenwürfen oder Ereignissen am Fahrbahnrand zurück. Gefährlich war es nie, da er keine abrupten Vollbremsungen hinlegt.
 
Wenn man den Schock der indiskutablen Fahrzeugübergabe ( siehe Bericht weiter unten ) verdaut hat, ist unser Tesla – bei unserer Nutzung - ein komfortables und praxistaugliches Gefährt.
PS: Freunde von uns, teilweise bei Porsche oder Mercedes oder Zulieferern der beiden angestellt, haben das Auto zu Beginn natürlich interessiert inspiziert, und auch die Nase gerümpft. Die verwendeten Materialien und die Verarbeitung sind und wirken einfach im Vergleich mit Porsche und Mercedes billiger und schludriger. Aus unserer Sicht schmälert das die Vorteile aber nur geringfügig. 


Theodizee

Eine nette Anekdote, die hier Frau Rapp erzählt. Damit trägt sie zur seit Tagen laufenden Diskussion „Wo ist Gott in der Ukraine?“ auf der Leserbriefseite der NWZ Göppingen bei. Wenig überraschend kann auch sie das Theodizee Dilemma nicht auflösen. Ein sich wegen Missachtung vornehm zurückziehender Gentleman- Gott ist mit „Allgüte“ einfach nicht in Übereinstimmung zu bringen. Auch der Einwand er hat uns mit freiem Willen ausgestattet, hilft nicht weiter, in seiner „Allwissenheit“ hätte er erkennen müssen, dass wir in unserer Unvollkommenheit einen freien Willen nicht im Sinne seiner Gebote umsetzen können. 

Die These eines sich zurückziehenden Gottes ist im Übrigen nicht neu, protestantische Theologen (z.B. Wilhelm Busch 1897-1966), haben sie schon vor über 70 Jahren angesichts fortschreitender Säkularisierung und Missachtung der Gebote Gottes entwickelt. Danach respektiert Gott die Nichtbeachtung als vorläufige Entscheidung, und zieht sich weitgehend, aber nicht ganz zurück. Gott weiß nämlich, dass der Mensch dazulernen kann, und zu einem späteren, geistig fortgeschritteneren Zeitpunkt eine andere Entscheidung treffen könnte.

Heißt aber nichts anderes, als dass wir sind auf uns selbst zurückgeworfen sind ! 
Lasst uns dazulernen, jeden Tag und jeder an seiner Stelle, damit wir eines hoffentlich nicht allzu fernen Tages Katastrophen wie in der Ukraine vermeiden.

Alina Kabajewa


Putin-Geliebte, Propaganda-Chefin, Finanzjongleurin.... dem US-Finanzministerium ist die frühere Olympiasiegerin jedenfalls mächtig genug, um sie auf eine Sanktionsliste zu setzen. Doch dagegen hat der nationale Sicherheitsrat im Weißen Haus sein Veto eingelegt mit einer bemerkenswerten Begründung. Dem Bericht zufolge befürchten US- Sicherheitsexperten, dass Sanktionen gegen seine mutmaßliche Geliebte den Kremlchef so sehr erzürnen könnten, dass dies spätere Friedensverhandlungen (!) torpedieren könnte.... Es bestehe die Möglichkeit, dass Putin in aggressiver Weise auf die Sanktionen reagieren könnte. (gekürzt nach T- Online vom 25.4.2022)


 
Die Sanktionen der EU umfassen eine namentliche Liste von ca. 200 Oligarchen, russischen Parlamentsabgeordneten und weiterer Angehöriger von Putins innerem Machtzirkel. Die Liste von Großbritannien ist weitgehend deckungsgleich, enthält zusätzlich Unternehmen, die man Oligarchen oder dem sowjetischen Machtapparat zuordnen kann. Die USA heben eine Liste mit 635 Namen veröffentlicht, für die Einreiseverbote bis hin zum Einfrieren aller Vermögenswerte gelten. 
Nun also Alina Kabajewa, die mit einer grotesken Begründung ausgenommen wird. Nicht nur deutsche Politiker verhalten sich inkonsequent und treffen nicht nachvollziehbare Entscheidungen 


 
Alpträume
 

Jeder hat es irgendwann schon erlebt. Man schreckt nachts aus dem Schlaf hoch, sortiert sich, und denkt Gott sei Dank nur ein (Alp-) Traum.
Ein Beispiel:
Marine Le Pen hat die französischen Präsidentschaftswahlen gewonnen. Putin gratuliert umgehend zum großartigen Sieg einer starken Anführerin. Donald Trump folgt ihm Minuten später. Der ungarische Ministerpräsident Orban und der Pole Lech Kaczynski freuen sich auf die zukünftige Zusammenarbeit zum Wohle ihrer Völker. In Berlin und Brüssel macht sich lähmendes Entsetzen breit. Le Pen suspendiert die Sanktionen gegen Russland, und bietet sich als Vermittlerin im Ukraine-Konflikt an, dabei verurteilt sie vorschnelle Schuldzuweisungen an Russland. Sie kürzt umgehend die Zahlungen an die EU und führt Grenzkontrollen ein. Die EU startet ein Vertragsverletzungs-verfahren. Le Pen erklärt, dass dies ungerechtfertigt sei, da sie nur jahrelange Benachteiligungen Frankreichs korrigiere. Sie lässt die französische Zentralbank Pläne zur Wiedereinführung des Franc erarbeiten, und erlässt ein Maßnahmenpaket zur Bekämpfung der Klimahysterie.

Man erwacht schreckensstarr, es dauert ein paar Sekunden, bis man realisiert, nur ein Alptraum.
Gehen wir nicht zur Tagesordnung über, engagieren wir uns für ein demokratisches Miteinander und für Zusammenarbeit in Europa. 77 Jahre Frieden in Mitteleuropa sind nicht selbstverständlich. 

Putin muss verlieren

 

Putin muss verlieren. Warum? Sein Angriff auf die Ukraine ist ein flagranter Bruch des Völkerrechts, und wer möchte in einer Welt leben, in der das Recht keine Bedeutung hat, und nur der Wille des Mächtigeren zählt. Eine solche Welt mag ich mir nicht vorstellen. Sollte Putin erfolgreich sein, wäre aber auf Generationen eine solche dystopische Weltordnung zu befürchten. 

Also heißt es doch, der Ukraine alle Mittel an die Hand zu geben, die notwendig sind, um dem Machtstreben Putins Einhalt zu gebieten, und durch wirksame Sanktionen Putins Machtbasis so weit wie irgend möglich zu schwächen. 

Leider ist das Verhalten der Bundesregierung noch immer intransparent und inkonsequent. Man verzögert das In-Kraft-Treten des Importstopps für russisches Öl und russische Kohle so weit wie möglich. Ein Stopp des Imports von russischem Erdgas wird als nicht verkraftbar für die deutsche Wirtschaft abgelehnt. Deutschland stellt kurzfristige wirtschaftliche Interessen über das langfristige politische Interesse! 

Diese Politik Deutschlands, die ein verheerendes Echo in anderen Partnerländern findet, wird einseitig dem Kanzler angelastet. Dabei ist es eher ein Bündnis aus Wirtschaft, Gewerkschaften, irregeleiteten Friedens- und verqueren Russlandfreunden (bis hin zur AfD!), das gegen schnelle und effektive Importbeschränkungen opponiert. 

So kann man die Machtbasis von Putin nicht treffen! Das Verhalten erinnert mich an den Satz, „die Kapitalisten werden uns noch die Stricke liefern, an denen wir sie aufhängen werden“. (Das Zitat wurde 30 Jahre nach seinem Tod (fälschlicherweise) Lenin zugeschrieben. Ursprünglich war die Aussage sowieso völlig anders: „Genossen, sorgt euch nicht um die Kapitalisten, Wir müssen ihnen nur genügend Stricke liefern, und sie werden sich selbst aufhängen.“  Quelle: Zitatforschung). gepostet  24.4.2024

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Tesla, oder wie man  Kunden verprellt 

 

Sommer 2020, wir lassen langgehegten Gedanken Taten folgen und vereinbaren einen Termin im „Tesla Store“ um über den Kauf unseres ersten vollelektrischen Autos zu sprechen. Die Bezeichnung ist durchaus zutreffend, ähnelt der Stuttgarter Laden doch wesentlich mehr einem Apple Store als einem klassischen Autohändler. Wir staunen, sind jedoch angetan von der unaufdringlichen Hilfsbereitschaft und vom Charme des Tesla Verkäufers. Wir brauchen keine drei Tage, um uns vom Angebot überzeugen zu lassen, und uns letztlich für einen Leasingvertrag zu entscheiden. 

Vollends verblüfft sind wir, als uns die Nachricht erreicht, unser neuer Wagen könnte nicht erst in 6 Wochen, wie angekündigt, sondern bereits in 4 Wochen abholbereit sein. Wir erledigen die finanziellen Vereinbarungen und erhalten umgehend die Unterlagen für die Zulassung unseres neuen Kfz. Die Zulassung ist jedoch ein echtes Nadelöhr, coronabedingt sind Termine rar, und die Zulassung ist erst nach ca. 10 Tagen möglich. Dies macht eine Verschiebung des zuerst von Tesla vorgeschlagenen Übergabetermins notwendig, darauf lässt man sich nur widerwillig aber notgedrungen ein. Warum man uns aber trotzdem noch zweimal anruft und mit der Frage nervt, ob wir nicht doch früher kommen könnten bleibt das Geheimnis der Tesla-Mitarbeiter. 

Der Übergabeort lässt mich ein weiteres Mal staunen. Angegeben wird München- Pilsting, also man suggeriert einen Ort im Dunstkreis von München. In Wahrheit liegt Pilsting ca. 110 km entfernt von München im tiefsten Niederbayern zwischen Landshut und Passau.  Da wir keine Alternative haben, machen wir uns am geplanten Übergabetag mit dem Zug auf den Weg, nach ca. 4 Stunden erreichen wir das Tesla – Gelände, das früher wohl einem Bushersteller als Betriebsgelände gedient hat. 

Es ist ein heißer Septembertag, nur wenige Mitarbeiter sind zu sehen, aber beeindruckend viele Neuwagen, die auf ihre neuen Besitzer warten. Die Begrüßung ist geschäftsmäßig, man nimmt unsere Papiere entgegen, alles komplett, hervorragend, danke, schwupp die Wupp erhalten wir zwei Schlüsselkarten, wir sollen zu unserem Wagen gehen, wenn wir Fragen hätten, könnten wir ja einen der Mitarbeiter ansprechen. Hmmm, wir haben zumindest damit gerechnet, dass man uns fragt ob man ein Glas Wasser möchte, es ist wirklich sehr heiß, oder einen Kaffee und dann eventuell unser Fahrzeug vorfährt. 

Aber sei´s drum, da wir uns offensichtlich als einzige für ein blau metallic-farbenes Fahrzeug entschieden haben ist es schnell identifiziert. Doch nein, der kann es nicht sein, dem fehlt die von uns bestellte Anhängerkupplung. Ein erster Mitarbeiter der sichtlich hitzegeplagt auf seinen Laptop Bildschirm starrt erklärt sich für unzuständig, und schickt uns in eine der Werkshallen. Ein junges Mädchen erbarmt sich unser, hört sich unser Begehr an, und begibt sich zum „Unzuständigen“ um an dessen Laptop unsere Angaben zu prüfen. Tatsächlich Anhängerkupplung! Sie durchsucht das Auto, was mich erneut etwas ratlos macht, verabschiedet sich, und erklärt gleich wieder da zu sein. Sie kommt auch schnell zurück, mit einem Köfferchen in der Hand, da sei die gewünschte Anhängerkupplung drin. Tesla würde die nie montieren, das müsse der Kunde schon selber machen. Im Übrigen sei das ganz einfach. Das beruhigt uns nur insoweit, dass ja dann wohl die entsprechenden elektrischen Leitungen und Anschlüsse vorhanden sein müssen. 

Meine Laune ist zu diesem Zeitpunkt schon im Keller, aber es sollte alles noch viel doller kommen. Wir erklären, dass wir noch ca. 270 km Rückfahrt vor uns hätten, und deshalb die Batterieladung am besten 100% betragen sollte. Ich bin fassungslos, als man uns erklärt, nö, sie würden die Autos immer so mit 20 bis 30% Batterieladung ausliefern. Das könne man auch nicht ändern, eine Aufladung an einem „Supercharger“ auf dem Werksgelände sei ebenfalls nicht möglich. Man solle doch zu einem Motel fahren, dass ca. 5 km entfernt sei und dort an Tesla Wallboxen aufladen. 

Man stelle sich vor, da bestellt einen die Firma Tesla ins tiefste Niederbayern, und lässt einen dann mit einem Auto mit Reichweite - in unserem Fall - 130 km stehen. Ich bin inzwischen so wütend, dass mir nur übrig bleibt grußlos das Gelände zu verlassen, um eine Eskalation mit heftigen Verbalinjurien zu vermeiden. 

Wir machen uns auf den Weg zum Motel, finden es auch nach einigem Hin und Herr. Wir starten den Ladevorgang und sehen, dass unsere Reichweite pro Ladestunde etwa um 68 Km steigt, Um einigermaßen sicher nach Hause zu kommen müssen wir also 3 Stunden laden. Nach 1 Stunde verlässt uns die Geduld, wir sehen, dass der nächste Supercharger an der A 9 bei Pfaffenhofen zu finden ist, nun gut, nicht ganz unsere Strecke, aber 40 km Umweg muss man halt mal in Kauf nehmen. 

Wir finden die Anlage und laden, eindrucksvoll nach 1 h haben wir fast vollgeladen und eine Reichweite von 360 km wird angezeigt. Heureka, wir können uns auf den Heimweg machen. 

Ich hätte es für ausgeschlossen erklärt, dass sich ein Unternehmen so wenig kunden-orientiert, ja absolut kundenunfreundlich zeigen kann. Tesla hat einen technologischen Vorsprung, ich wünsche mir, dass dieser schmilzt wie Butter in der Sonne. Wenn er erst weg ist, wird die Firma Tesla genauso schnell vom deutschen Markt verschwinden, wie sie gekommen ist. Wer so mit seinen Kunden umgeht hat nichts Anderes verdient. 


Vertreibung und Verwaltung 

Ein Erfahrungsbericht Teil 1
 März 2022 

Als sich die ersten Flüchtlinge aus der Ukraine schutzsuchend in Richtung Westen aufmachten, haben auch wir uns, angesichts dieser Not, entschieden unsere Einliegerwohnung (2 Zimmer, Bad/WC) der Stadtverwaltung zu melden, und Flüchtlinge aufzunehmen. Es hat auch nicht lange gedauert, und wir erhielten die Anfrage, ob wir eine dreiköpfige Familie (Vater, Mutter, 14-jähriger Sohn) aufnehmen würden.  Am Donnerstag, den 10. März, sind sie bei uns eingezogen. 

Erstaunlich schnell hatte sich die EU über die Aufnahme verständigt, und beschlossen, den Ukraine Flüchtlingen einen Sonderstatus zu gewähren, der ihnen ein zunächst 1-jähriges Aufenthaltsrecht einräumt, ohne, dass sie einen Asylantrag, mit all seinen Restriktionen bezüglich des Aufenthaltsortes und der Arbeitsmöglichkeiten stellen müssen.  

So weit so gut, doch nach der Regelung im Großen folgen nun die Mühen der Ebene. Unser direkter Draht zur Verwaltung in Uhingen zahlt sich aus. Wir erhalten für die Registrierung einen pro Person umfänglichen Dokumentationsbogen, der minutiös Identität, Familien-verhältnisse und Lebensgeschichte der Neuankömmlinge erfasst. Es dauert etwa 2 Stunden die Bögen für alle auszufüllen. Dabei kommt uns zugute, dass die Flüchtlingsfamilie die wichtigsten Dokumente von den Reisepässen bis zur Heiratsurkunde dabeihat. Wir als Aufnehmende müssen zusätzlich eine „Wohnungsgebererklärung“ ausfüllen. Als wir dann auch noch biometrische Passbilder für die Neuankömmlinge haben, fühlen wir uns gut gerüstet, und marschieren am Montagmorgen den 14.3. auf das Einwohnermeldeamt der Stadt Uhingen. Wir haben Glück, niemand vor uns, wir können direkt unser Anliegen vorbringen. Die Sachbearbeiterin setzt sich an den Computer und überträgt unsere Angaben aus den Bögen in eine Computerdatei.  Nach ca. 40 Minuten ist alles erledigt, wir erhalten eine Meldebestätigung gemäß § 24 Abs. 2 BMG. 

Stirnrunzeln stellt sich bei mir ein, als die Sachbearbeiterin, mir dann einen Meldebogen an den „Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Göppingen“ (!) in die Hand drückt, und meint der müsse auch sofort ausgefüllt und abgegeben werden. Ich verkneife mir eine Bemerkung über Prioritäten, und melde uns brav als neue „Müllgemeinschaft“ an. Die Sachbearbeiterin erklärt uns noch, sie würde die Registrierungen sammeln, und dann zum Wochenende gebündelt an das Ausländeramt des Landkreises Göppingen schicken. Von dort aus ginge dann alles nach Karlsruhe. Man könne aber nicht sagen, wie lange es bis zu einer Rückmeldung dauern würde. Wir nicken verständnis- und hoffnungsvoll, bedanken uns, und folgen der weiteren Empfehlung doch für eine Bankverbindung zu sorgen, und beim Kreissozialamt wegen Leistungen nach ALG II vorstellig zu werden. Die Einrichtung eines Kontos ist erstaunlich unkompliziert, und geht praktisch über Nacht. Am Nachmittag Antrag gestellt, am nächsten Morgen ca. 15 Unterschriften geleistet, dann haben unsere Flüchtlinge ein eigenes Konto. 

Beim Kreissozialamt am nächsten Tag ist Geduld angesagt. Obwohl keine Klienten da sind, bleiben die Türen der Beamten verschlossen. Irgendwann erbarmt sich ein Mitarbeiter, und drückt meiner Frau, die unsere Flüchtlingsfamilie begleitet, nach kurzer Konversation einen umfänglichen Fragebogen „Antrag auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis“ in die Hand. Den müsse man zunächst beim Ausländeramt einreichen, vorher könne man hier nichts machen. 

Wieder zuhause drückt mir meine Frau leicht frustriert den Bogen in die Hand, ich werfe einen kurzen Blick darauf, und bin irritiert. Nahezu dieselben Fragen haben wir doch 2 Tage zuvor für die Stadtverwaltung beantwortet. Andere Aufmachung, andere Behörde, aber dieselben Fragen! Das Ganze noch einmal? Ich entscheide mich die Frage telefonisch mit dem Ausländeramt zu klären. Mehrere Versuche jemanden ans Telefon zu bekommen, schlagen fehl, aber es ist ja auch eine E-Mail Adresse angegeben, also frisch ans Werk, ich formuliere eine kurze Frage, die mit ja oder nein zu beantworten ist. Genügt der Antrag vom Einwohnermeldeamt Uhingen, oder muss der Bogen vom Ausländeramt zusätzlich ausgefüllt und abgegeben werden?  Die Anfrage liegt nun 5 Tage zurück, eine Antwort steht aus! Empfehlung: Wenn ich keine Ressourcen habe auch kurze E-Mail-Anfragen in angemessener Zeit zu beantworten, sollte ich lieber gar keine Adresse angeben! 

Erstes Zwischenfazit:  wer meint, die Digitalisierung der deutschen Verwaltung sei wenigstens so weit fortgeschritten, dass Behörden mit überlappenden Aufgaben auf eine gemeinsame Datenbank zugreifen, und ihre Aufgaben auf dieser Basis erledigen sieht sich eines Schlechteren belehrt. 

 (Fortsetzung folgt) 

 Vertreibung und Verwaltung

Ein Erfahrungsbericht Teil 2

Heute 22.3. kurz vor Mittag die Überraschung. Ein Schreiben des Landratsamtes an die Flüchtlingsfamilie. Kurz durchzuckt mich der Gedanke, es wird doch nicht der Abfallwirtschaftsbetrieb sein? Dann die Erlösung, der Brief enthält 3 Bestätigungen, dass für alle ein Antrag auf Aufenthaltserlaubnis gestellt wurde. Meine E-Mail-Anfrage ist zwar noch offen hat sich aber damit erübrigt. Super! Der Brief enthält darüber hinaus wertvolle Hinweise (auch auf Russisch!) und eine Liste der zuständigen Mitarbeiter für Anträge auf Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Ich klemme mich an das Telefon, und kann tatsächlich einen Termin für den nächsten Vormittag vereinbaren. Ehre wem Ehre gebührt, es hätte kaum schneller und besser laufen können!
Am nächsten Morgen sehe ich gerade noch rechtzeitig, das Landratsamt stellt den entscheidenden Antrag zum Download zur Verfügung, und empfiehlt ihn vorab zuhause auszufüllen. Super! Gemeinsam machen wir uns an das Ausfüllen. Es sind dieselben Fragen, wie sie schon vom Einwohnermeldeamt und von der Ausländerbehörde gestellt wurden. Hinzu kommen nun Fragen zu den Vermögensverhältnissen. Die Flüchtlingsfamilie gibt an keine nennenswerten Ersparnisse zu haben, aber eine Wohnung in Kiew zu besitzen. Sofort kommen einem schreckliche Gedanken in den Kopf. Wie die Wohnung wohl aussieht, existiert sie noch, unbeschädigt oder ist sie bereits unbewohnbar? Welchen Wert hat eine Wohnung in einer Stadt, deren Infrastruktur Schritt für Schritt zerstört wird?
Ich reiße mich los von solchen Überlegungen. Wir finalisieren den Antrag, unterschreiben und ich mache mich auf den Weg zur Behörde. Wieder habe ich Glück, und komme direkt bis zur zuständigen Sachbearbeiterin durch. Sie ist, obwohl sichtlich überlastet, zuvorkommend, und geht sofort den Antrag mit mir durch. Alles scheint zu passen, dann der Knackpunkt, ah, die Flüchtlinge sollen Miete bezahlen, dann brauchen wir noch die KdU (Kosten der Unterkunft) – Bescheinigung und eine Kopie des Mietvertrages. Das ist nachvollziehbar! Sie drückt mir ein weiteres Formblatt in die Hand, trotzdem verabschiede ich mich zufrieden mit dem inzwischen erreichten.
Empfehlung:  Da bei privater Unterbringung in den meisten Fällen Unterkunftskosten anfallen werden, auch die KdU- Bescheinigung zum Download zur Verfügung stellen, und im Infoblatt darauf hinweisen.
(Fortsetzung folgt)


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Mein Anspruch

ist, es darf nicht langweilen. Jeden Tag erlebt man Neues, Erstaunliches, Lustiges, Ärgerliches und leider auch Tragisches. Ich will darüber berichten, mal lang mal kurz, mal spontan und mal mit Abstand. Es darf Widerspruch und Zustimmung hervorrufen, Kritik und Lob, es darf nur Eines nicht, langweilen!

Meine Werte

Ich bin mit Leib und Seele Demokrat und überzeugter Europäer. Alle die unsere demokratischen Freiheiten und unsere Verfassung angreifen, oder in Frage stellen, werden in mir einen entschiedenen Gegner finden.

Dr Roland Hendlmeier